Europatag an der BOS Scheyern

Ein Bericht des BOS-Presseteams
von Susanne Minder W12E



Der mit Spannung und Freude erwartete Europatag der Berufsoberschule in Scheyern wurde mit einem riesigen Feuerwerk in Form einer Power-Point-Präsentation, untermalt mit der Feuerwerksmusik von G. F. Händel, eröffnet. Herr OStD Förstl begrüßte alle Ehrengäste sowie die gesamte Schüler- und Lehrerschaft in der festlichen, europäisch dekorierten Schulturnhalle. In seiner Ansprache stellte er dar, dass zwischen dem Leitsatz der Bayern „Mir san mir“ und dem Motto Europas „In Vielfalt geeint“ kein Widerspruch bestehe, denn durch die Bewahrung und Achtung der unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Mentalitäten könne in Europa ein friedlicher Lebensraum von unvergleichlicher Vielfalt entstehen. Dem schloss sich Abt Engelbert Baumeister an und richtete sich an die Zuhörer:“ Wir müssen den Horizont im Denken erweitern. Glaube und Vernunft müssen wieder zusammenkommen.“

In seinen Grußworten erklärte Landrat Rudi Engelhard, Europa werde nur funktionieren, wenn wir bereit seien, Unterschiede anzuerkennen, zu respektieren und Freunde zu werden, denn durch mehr Mitglieder gebe es folglich auch mehr Vielfalt und mehr wirtschaftliches Gefälle zu bewältigen. Den Schülerinnen und Schülern gab er mit auf den Weg, alle Gelegenheiten zu nutzen, Europas Länder zu bereisen und viele Sprachen zu lernen, um so die eigene Identität als Europäer zu finden.



Bereits vor Beginn der Veranstaltung hatte sich die Ministerialbeauftragte Dorothea Weidinger die Projekte in den einzelnen Klassenzimmern angesehen und sprach ihren Dank und ihre Anerkennung für das Engagement der Schüler und Lehrer aus, die damit eine wahre Begeisterung in ihr ausgelöst hätten.

Als Referent konnte vor allem der hochwürdige Pater Prior Johannes Pausch vom Europakloster Gut Aich in Österreich überzeugen. Obwohl sein Vortrag alles andere als langweilig war, rechnete er es der Schülerschaft hoch an, dass sie sich schon ganz gut „anständig langweilen“ können. Prior Pausch machte klar, nur die Angst um die eigene Identität lähme die Menschen. Stattdessen solle man insbesondere Gastfreundschaft wachsen lassen, die dort beginnt, wo man sich selbst öffnet und einen gemeinsamen Raum für Leben, Kommunikation und ein Miteinander schaffe – vergleichsweise wie in einem Klassenzimmer. Mehr Kooperation statt Konfrontation, Integration statt Polarisation, das seien die Schlüssel für ein geeintes und friedvolles Europa, welches durch die revolutionäre Kraft der Jugend ein großes Potenzial in sich trage.


Im Anschluss zeigte der BOS-Chor unter Leitung von Herrn Söndermann sein Können und beeindruckte das Publikum u. a. mit „Bridge over troubled water“, „Niglnaglneia Hopfakirm“ und der Europahymne.
(Mehr zum BOS-Europa-Chor im Menü Aktuelles)

Staatsminister Sinner entschloss sich kurzfristig, seinen geplanten Vortrag zum Thema „Europa der Nationen oder Nation Europa?“ nur in Papierform zur Verfügung zu stellen und sprach stattdessen frei über die EU, das „größte und erfolgreichste politische Projekt in der Welt“. Europa müsse ein Raum für Frieden, Freiheit und Recht werden, insbesondere in Zeiten der Globalisierung und daher die Souveränität der Einzelstaaten bewahren, aber Vielfalt zulassen.


In der etwas verspäteten Pause konnten sich die Zuhörer bei europäischen Köstlichkeiten vom Leberkäs über Gyros, Tapas und Antipasti bishin zu Tiramisu und polnischem Gebäck stärken (das reichhaltige Buffet hätte wohl auch ein Catering-Service nicht so gut hinbekommen!).

Anschließend führte die Klasse W12E ihr selbsterstelltes Europa-Quiz in Anlehnung an „Wer wird Millionär?“ vor. Dabei machte Herr Janu bei der Beantwortung der zehn Fragen eine sehr gute Figur, obwohl er zwei Telefonjoker in Form von Herrn Pfannenstein und Pater Lukas sowie den Publikums- und „Fifty-Fifty“-Joker verbrauchte.



Professor Domdey, der Geschäftsführer des Innovations- und Gründerzentrums Biotechnologie in Martinsried, zeigte am Beispiel der Biotechnologie, wie wichtig es ist, sich europaweit zu organisieren und somit eine Forschungs- und Innovationskultur zu schaffen, die - wie beispielsweise in der Arzneimittelbranche - weltbewegende Ergebnisse erzielen könne, ganz nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark“.

Nach dem gemeinsamen europäischen Friedensgebet in der Basilika besichtigten die Klassen die einzelnen Projekte. Hier wurden die europäischen Länder und deren Nachbarschaftspolitik in Form von Plakaten sowie die europäische Weltraumforschung und naturwissenschaftliche Projekte, wie etwa das Europäische Kernforschungszentrum CERN, dargestellt. Außerdem konnte man sich das Europa-Puzzle ansehen und sein europäisches Wissen beim Europa-Quiz testen. Die bereits stattgefundenen Themenabende über Irland, Großbritannien und Italien wurden gezeigt und europäische Literatur sowie Friedrich Schiller unter dem Thema „Schiller – ein deutscher Europäer“ vorgestellt.

Die BOS Scheyern konnte sich bei diesem gelungenen Tag mit hervorragenden Leistungen präsentieren und hinterließ bei den Gästen und Referenten einen durchweg positiven Eindruck, was dem unermüdlichen Engagement der SchülerInnen und LehrerInnen zu verdanken ist.



Foto (v.l.n.r.): P. Lukas Wirth OSB, Bürgermeister Albert Müller, P. Johannes Pausch OSB, Landrat Rudi Engelhard, Abt Engelbert Baumeister OSB, Staatsminister Eberhard Sinner, Schulleiter OStD Förstl, Frau Ministerialbeauftragte D. Weidinger.

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