Passionskonzert am So 09. März um 17.00 Uhr  in der Basilika Scheyern

In memoriam Ruth Zechlin „Scheyerer Messe“ und Pergolesi  „Stabat mater“

 

Nach der Aufführung der monumentalen Johannespassion von Joh. Seb. Bach im vorigen Jahr wird interessierten Zuhörern heuer ein Passionskonzert mit intimer Andachtsmusik und ein Memento der in Pfaffenhofen beerdigten international bekannten und geschätzten Komponistin Ruth Zechlin (1926-2007) geboten. Das Konzert beginnt mit einer Einstimmung, der Passionsarie aus der Grabmusik KV 42. W. A. Mozart hat diese Arie mit 11 Jahren  komponiert und lässt bereits das Genie der späten  Jahre erkennen.

In memoriam Ruth Zechlin folgt die Scheyerer Messe, die die Komponistin den Mön­chen und dem Basilikachor 1999 gewidmet hat.  Ruth Zechlin zählt zu den renom­miertesten Komponistinnen der Gegenwart und ist mit zahlreichen  Preisen und Aus­zeichnungen im In- und Ausland geehrt worden. Bis ins hohe Alter komponierte sie sehr schaffensreich und erlebte noch die Uraufführungen ihrer Opern „Die Reise“ und „Elissa“. Aus Anlass zu ihrem 80. Geburtstag hat der Landesverband Bayern ihr einen eigenen Band in seiner Monographienreihe „Komponisten in Bayern“ gewidmet und sie mit einem Festkonzert im Münchener Gasteig geehrt. Sie ist am 4. August 2007 in einem Münchener Krankenhaus nach längerem Krebsleiden verstorben. Das Requiem in der Stadtpfarrkirche Pfaffenhofen gestalteten  langjährige Wegbegleiter und Freunde, Altbischof Eder aus Passau, der Geiger und  Leiter des Münchener Kammerorchesters Prof. Christof Poppen und der Tenor Prof. Frieder Lang. Prof. Ruth Zechlin´s Grabstätte  liegt im kath. Friedhof Pfaffenhofen.

In diesem Konzert gestalten die Scheyerer Messe der Contratenor Andreas Pehl als Kantor,  in den Gregorianischen Teilen der Missa de angelis die Frauenstimmen und den vierstimmigen Anteil die Männerstimmen des Basilikachores Scheyern.

Das Konzert schließt mit dem berühmten Stabat mater (Christi Mutter stand mit Schmerzen) von Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736). Das musikalisch bildhaft betrachtende Werk des viel zu früh verstorbenen Komponisten verbreitete sich über die Andachten der neapolitanischen Bruderschaft in der ganzen Welt, ungeachtet aller konfessionellen Grenzen. Es wurde zum Idealtypus religiöser Musik in der auf­steigenden bürgerlichen Musikkultur und zum Inbegriff des neuen, empfindsamen Stils. Kaum ein anderes Werk der Musikgeschichte hat eine solche Wirkung gehabt.

Als Solistin für dieses Konzert konnte wiederum die Sopranistin Marni Schwonberg aus Basel engagiert werden, die im vorigen Jahr bei den Arien in J. S. Bach´s Johannespassion mit ihrer wunderbaren Stimme aufhorchen ließ. Frau Schwonberg  studierte Solo-Gesang an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel bei Evelyn Tubb mit Schwerpunkt Barockmusik. Sie weist mehrere Rundfunkaufnahmen für  den DRS Schweizer Rundfunk unter der Leitung von Gerd Türk und Anthony Rooley. Als Solistin trat sie auf beim Vokalensemble "cantus firmus solothurn" und den "Basler Vokalsolisten". In jüngster Zeit ist sie Solistin in Opernproduktionen: "Arianne" von Georg Friedrich Händel, " Cecchina" von Niccola Piccini, und  "Les Troqueurs" von Antoine Dauvergne.

Die Altpartie übernimmt der Contratenor Andreas Pehl. Der in München geborene Contratenor Andreas Pehl studierte zunächst Theologie und Soziale Arbeit. In den Europäischen Festwochen in Passau, Rundfunkmitschnitte, die im Rahmen des Bachfestes Leipzig entstanden sowie eine CD mit Solokantaten von Georg Friedrich Händel und Johann Adolph Hasse dokumentieren sein künstlerisches Schaffen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Oratorienbereich und hier besonders in der Musik Johann Sebastian Bachs, zudem beschäftigt er sich intensiv mit dem Opernwerk Georg Friedrich Händels und den Komponisten des Spätbarock und der Frühklassik.
Sein Operndebüt hatte er 2007 bei den Bad Hersfelder Opernfestspielen in Monteverdis L’Orfeo und war zudem auf der Bühne zu erleben in André Campras L’Europe galante in Leipzig und bei einem Vivaldi-Pasticcio bei den Festspielen auf Schloss Prösels in Südtirol. Kammermusikalisch verbindet Andreas Pehl eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Münchner Cembalisten Robert Schröter.Als Ensemble raccanto haben sie sich besonders im süddeutschen Raum durch ihre rege Konzerttätigkeit einen Namen gemacht.

Die instrumentale Begleitung übernehmen die bewährten Kräfte, Dieter Sauer 1. Violine, Christiane Sauer 2. Violine, Christian Sauer Viola, Marie- Therese Daubner Violonvello und Alice Hösl auf der Truhenorgel. Die chorischen Abschnitte gestalten die Frauen -  und Männerstimmen des Basilikachores. Die Leitung hat Karl-Heinz Söndermann. Karten sind im Vorverkauf im Klosterladen Scheyern Tel.: 0 84 41/7 522 49 oder 82758 erhältlich.