Adventskonzert
„Nahe ist der Herr“
des PALESTRINA ENSEMBLES MÜNCHEN
am 1. Advent, 3.12.06, 15 Uhr
in der Basilika der Benediktinerabtei
Scheyern
„Nahe ist der Herr“ ist das Thema des Adventskonzertes des Palestrina Ensembles München, das wiederum in Scheyern gastiert. Der Titel ist dem berühmten Choral „Gaudete“ (Freuet euch) entnommen. Er steht wie ein Motto am Anfang des Konzertes, das mit Chormusik und besinnlichen Texten in die Adventszeit einstimmen will. Außerdem werden Kompositionen von Palestrina und Hammerschmidt sowie das älteste deutsche Weihnachtslied aus einer Erfurter Handschrift von 1394 erklingen. Den Abschluß des Konzertes bildet das eindringliche „Veni“ (Komm) von Zoltán Kodály (1882-1967).
Der Namenspatron des Ensembles Giovanni Pierluigi da Palestrina ist vermutlich am 17. Dezember
1525 in der Stadt Palestrina geboren. Seine Karriere begann er als Chorknabe in
Santa Maria Maggiore in Rom und als Organist in seiner Heimatstadt. 1551 wurde er Magister puerorum, also Leiter des Knabenchors
an St. Peter. 1555 erhielt er eine Stelle als Sänger der Sixtinischen Kapelle –
was für einen verheirateten Mann damals höchst ungewöhnlich war, zugleich aber
für sein außergewöhnliches Können spricht - und noch im gleichen Jahr wurde er
zum Kapellmeister an der Lateransbasilika ernannt und 1561 übernahm er dieses
Amt in Santa Maria Maggiore.
1571 kehrte er wieder nach St.
Peter zurück, übte aber - offensichtlich aus Geldnot - weitere Tätigkeiten aus.
An Maria Lichtmeß des Jahres 1594
ist er in Rom gestorben und wurde in der cappella nuova in St. Peter
beigesetzt.
Das kompositorische
Werk Palestrinas (1525-1594) ist
überwältigend. Es umfaßt fast 1000 Werke, darunter über 100 Messen, über 300
Motetten, weiter u.a. Hymnen, Lamentationes, Offertorien, Litaneien, Psalmen,
Madrigale und Ricercare für die Orgel.
Es gelang Palestrina, einen Stil der Poyphonie zu schaffen, der alle Zeiten überdauert und Ausführende wie Zuhörer immer wieder aufs neue begeistert. Palestrina bemühte sich mit größtem Erfolg um Textverständlichkeit und gab der Kirchenmusik, die immer kunstvoller und überladener geworden war, die gebotene Würde zurück, Forderungen, die das Reformkonzil von Trient (1545-1563) eindringlich erhoben hatte.
Das
PALESTRINA ENSEMBLE MÜNCHEN, das seit 1994 besteht, studiert
vor allem geistliche Kompositionen des
16. und 17. Jahrhunderts und pflegt mit besonderer Begeisterung auch den
Gregorianischen Choral. Es kann inzwischen auf eine reiche Konzerttätigkeit
zurückblicken.