Mozartjahr 2006

Basilika der Benediktinerabtei Scheyern

Sonntag, 02. April, 17.00 Uhr

 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Grabmusik, KV 42

Requiem, KV 626

                  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Grabmusik, KV 42

 

  1. Recitativo: Wo bin ich bittrer Schmerz (Die Seele, Basso)
  2. Aria: Felsen, spaltet euren Rachen (Die Seele, Basso)
  3. Recitativo: Geliebte Seel` ( Der Engel, Soprano)
  4. Aria: Betracht dies Herz (Der Engel, Soprano)
  5. Recitativo: O Himmel, was ein traurig Licht (Die Seele, Basso)
  6. Duetto: Jesu, was hab ich getan? ( Der Engel und die Seele)
  7. Recitativo: O lobenswerter Sinn! (Soprano)
  8. Coro: Jesu, wahrer Gottessohn

 

 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Requiem, KV 626

 

Introitus: Requiem

Kyrie

Sequenz: Dies irae

               Tuba mirum

               Rex tremendae

               Recordare

               Confutatis

               Lacrimosa

Offertorium: Domine Jesu

                     Hostias

Sanctus

Benedictus

Agnus Dei

Communio: Lux aeterna          

 

Ausführende:

Marion Lustig, Sopran

Monika Fröhlich, Alt

Helmut Charitou, Tenor

Nikolai Ardey, Bass

Chor des Schyren-Gymnasiums Pfaffenhofen

Chor und Orchester der Basilika Scheyern

Leitung: Karl-Heinz Söndermann

 

Einführung

 

Die angeblich mysteriösen Geschehnisse bei der Auftraggebung des Mozart-Requiems (KV 626) sind durch die Mozartforschung längst aufgeklärt: Der sog. "Graue Bote" war ein Abgesandter des Grafen Franz von Walsegg auf Schloss Stuppach am Semmering, der für seine jung verstorbene Frau bei Mozart diskret eine Requiemkomposition bestellte, um sie als eigenes Werk auszugeben und aufzuführen, was am 14. Dezember 1793 in der Neuklosterkirche zu Wiener-Neustadt tatsächlich geschah.

Mozart selber konnte freilich das Auftragswerk nicht mehr vollenden. Sein letztes Lebensjahr war angefüllt mit großen Kompositionsaufträgen ("Titus", "Zauberflöte", "Klarinettenkonzert" u.a.). Sein früher Tod am 05. Dezember 1791 nahm ihm die Feder aus der Hand: Die Originalhandschrift des "Requiem" bricht im 8. Takt des "Lacrymosa" der Totensequenz ("Dies irae") ab. Konstanze Mozart beauftragte den Schülerkreis ihres verstorbenen Mannes, allen voran Franz Xaver Süßmayr und Joseph Eybler, mit der Vollendung der Komposition, um die Bestellung des Grafen zu erfüllen und den Rest des ausgezahlten Honorars entgegennehmen zu können.

Die Bearbeitung Franz Xaver Süßmayrs hat sich in der Aufführungspraxis des "Requiem" behauptet; freilich gibt es bis heute intensive Versuche, aus den Originalskizzen Mozarts das "Requiem" authentischer zu rekonstruieren; genannt seien die Bearbeitungen von Franz Bayer (1971.1979), Richard Maunder (1989) und Robert Levin (1995).

Die Propriumstexte der Totenmesse ("Requiem") sehen das Sterben und den Übergang des Menschen in das Jenseits unter dem Aspekt eines strengen göttlichen Gerichts, das als Urteil für den Einzelmenschen entweder ewige Verdammnis oder ewiges Leben bei Gott ausspricht. Daher überwiegen in den Texten, die aus dem apokryphen 4. Esra-Buch und aus freier Dichtung genommen sind, die Bitten um einen gnädigen göttlichen Richter und um Bewahrung vor dem ewigen, dem "zweiten Tod". Besonders die Sequenz der Totenmesse, das "Dies irae", die dem Franziskanertheologen Thomas von Celano (gest. 1250) zugeschrieben wird, malt ein dramatisches Szenario des Letzten Gerichtstages und wendet sich mit flehentlichen Bitten an den Fürsprecher Jesus Christus um Bewahrung vor dem ewigen Tod und um Aufnahme in die ewigen Wohnungen.

Mozarts Vertonung schafft in der Verbindung der dramatischen Züge des Totengerichts ("Dies irae", "Tuba mirum", "Rex tremendae", "Confutatis") mit der Erlösungsgewissheit des bittenden Menschen ("Salva me", "Recordare") einzigartige musikalische Kontraste.

 

Die Grab-Musik (KV 42 (35a)) ist ein Werk des elfjährigen Mozart; er schuf es in Salzburg 1767 als musikalischen Beitrag zu den damals üblichen Abendmusiken des Karfreitag: Am Heiligen Grab betrachtete man das Sterben Jesu am Kreuz und seine Grablegung.

Der deutsche Text dieser Passionskantate, der aus dem Salzburger Freundeskreis der Familie Mozart stammt, stellt in einem geistlichen Dialog der von Jesu Sterben erschütterten gläubigen Seele einen Trost und Stärkung spendenden Engel gegenüber, der Jesu Passion als Erlösungswirken deutet.

Mozarts Komposition, 1772 oder erst 1775 um den Schlusschor erweitert, orientiert sich zwar formal am Oratorientypus des "sepolcro" und an der Neapolitanischen Operntradition, sie erreicht aber in der Deutung des Karfreitagsgeschehens - jenseits des konventionellen Textes - eine ganz persönliche musikalische Ausdruckstiefe, die als Werk eines Elfjährigen einfach nur Staunen macht.

 

Solisten:

                    

Marion Lustig

geboren in Pfaffenhofen a. d. Ilm und  aufgewachsen in Scheyern,

legte ihr Abitur am Schyren-Gymnasium ab und sang während der gesamten Gymnasialzeit im Schulchor sowie in Scheyern im Kirchen- und Jugendchor unter Karl-Heinz Söndermann.

Ihre sängerische Ausbildung konnte  sie dann in der Bayrischen Singakademie unter Prof. Kurt Suttner intensivieren und erhielt Gesangsunterricht bei Barbara Schneider-Hofstetter und Dietrich Schneider. Ab 1994 studierte sie an der Hochschule für Musik und Theater in München und schloss 2000 mit dem Künsterischen Diplom für Konzertgesang ab. Wichtige künstlerische Impulse erhielt sie vor allem in der Liedklasse bei Prof. Helmut Deutsch und  Prof. Siegfried Mauser, der  Oratorienklasse bei Prof. Hanns-Martin Schneidt sowie bei einem Meisterkurs bei Edda Moser. Neben Konzerten und Liederabenden war sie in verschiedenen Opernproduktionen zu hören, unter anderem als „Fiordiligi“ in Cosi fan tutte von Mozart im Carl-Orff-Saal im Münchner Gasteig und  in der Pasinger Fabrik.

1995 wurde ihr der Kulturförderpreis der Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm verliehen.

Sie übt eine intensive Unterrichtstätigkeit aus und widmet sich seit September 2004 vor allem

 ihren Schülern in der  "Klanginsel"  in Schweitenkirchen.

 

Monika Fröhlich

Monika Fröhlich machte am Schyrengymnasium in Pfaffenhofen/Ilm ihr Abitur. Dank des engagierten Unterrichtes bei ihren Musiklehrern Karl-Heinz Söndermann (Klavier, Chor, Theorie) und Dieter Sauer (Geige, Band) wurden wichtige Grundlagen für ihre spätere Laufbahn gelegt. Sie studierte Musik- und Theaterwissenschaft an der Universität  und Opern- und Konzertgesang am Richard-Strauss-Konservatorium München. Im Opernstudio des Münchener Nationaltheaters wurde sie Assistentin des Regisseurs  Karlheinz Hundorf und lernte so Leonard Bernstein und Humphrey Burton kennen, der Beginn ihrer Regietätigkeit bei internationalen Musik- produktionen, u.a. Bayreuther und Salzburger Festspiele, in Verona, Barcelona und Wien. Wichtige Gesangsimpulse erhielt sie von Erika Zimmermann, Ann Reynolds, Christa Ludwig und Paul Kuen. Sie lebt in München, arbeitet als Sängerin und Regisseurin sowie als Universitätsdozentin am Lehrstuhl für Musikpädagogik in Augsburg.

 

Helmut Charitou

geb. 1962 in Pfaffenhofen a. d. Ilm, erste musikalische Erfahrungen in der Orff-Gruppe bei Karl-Heinz Söndermann in Scheyern. Mitwirkung in verschiedenen Chören, Schulchor des Schyrengymnasiums Pfaffenhofen (1977-1981), Chor der Basilika Scheyern (ab 1978), Kammerchor „A-cappella-nova Phaphinhoven“ (ab 1995), Vocal-Ensemble „Salto-Vocale“, Ingolstadt (1997-2000), „Arcis-Vocalisten München“ (ab 2005). Seit 1988 Tenorsolist des Basilikachores Scheyern. Solistische Engagements im Rahmen kirchenmusikalischer Veranstaltungen im Raum Pfaffenhofen und in Ingolstadt. Teilnahme an Liedinterpretationskursen bei Prof. Heiner Eckels, Detmold . Gesangliche Weiterbildung bei Anneliese Häusler und  Ferdinand Seiler.

Helmut Charitou  ist beruflich als Ingenieur für Luftfahrttechnik tätig, seit 1998 in der Technischen Betreuung von Missions- und Transportflugzeugen bei der European Aeronautic Defense and Space Company (EADS).

 

Nikolai Ardey

geb. 1964 in Berlin, erhielt seine musikalische Ausbildung zunächst bei Horst Geier, Begonia Uriarte Mrongovius und Karl-Heinz Söndermann in Cello, Klavier und Chorgesang. Seit 1978 Mitwirkung in verschiedenen Chören, seit 1987 Basssolist des Basilikachores Scheyern und anderer Chöre im Raum Ingolstadt, Pfaffenhofen und München. Gesangsausbildung privat bei Thomas Gropper, Musikhochschule München, Teilnahme an Liedinterpretationskursen bei Heiner Eckels, Musikhochschule Detmold. Regelmäßige Konzertengagements in München, Freising, Ingolstadt, Pfaffenhofen und Scheyern, sowie mit Bad Hersfeld in 2005 erstmals auch außerhalb der Region. Zusätzlich ist Nikolai Ardey als Ingenieur bei BMW tätig und leitet dort die Vorentwicklung der Ottomotoren.