Biomasse-Heizkraftwerk des Klosters eingeweiht
Lob von staatlicher Seite: Anlage ohne Fördermittel erstellt

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Quelle:  Pfaffenhofener Kurier Nr. 81, Donnerstag, 6. April 2006, Seite 27

Scheyern (eg) Das neue Biomasse-Heizkraftwerk des Klosters Scheyern am Prielhof wurde jetzt durch Abt Engelbert Baumeister im Beisein zahlreicher Ehrengäste, darunter die beiden Landtagsabgeordneten Erika Görlitz und Max Weichenrieder sowie Landrat Rudi Engelhard, eingeweiht. Es ist eine imposante Anlage, die am kommenden Samstag, 8. April, nachmittags auch von der Öffentlichkeit besichtigt werden kann.
Die maximale Leistung beträgt 2,15 Megawatt, erzeugt auf einer Rostfläche von fünf Quadratmetern. Die maximale Dampfleistung beläuft sich auf 2,5 Tonnen pro Stunde, der Betriebsdruck ist 30 bar und die Dampftemperatur erreicht 320 C. Beeindruckend ist auch die Bilanz der Einsparung an Kohlendioxid mit 3751 Tonnen pro Jahr im Vergleich zu einer herkömmlich mit 01 befeuerten Anlage.
Cellerar Pater Lukas Wirth OSB gab nach der Begrüßung einen kurzen Überblick über die Vorgeschichte des Baus der Anlage. Vor fünf Jahren kamen die ersten Überlegungen auf, Planungen wurden im Herbst 2004 gemacht, nach deren Prüfung entschied sich der Konvent des Klosters Scheyern im März 2005 für den Bau. Ab April erfolgten die Vergaben, und schon im November des gleichen Jahres
konnte die erste Wärme geliefert werden.
Klöster seien immer, betonte Pater Lukas weiter, „kulturschaffende Einrichtungen geblieben, die Innovationen hervorgebracht oder zumindest gefördert“ hätten. Daher habe man sich auch für das neue Kraftwerk entschieden, das den gesamten Klostertrakt mit Berufsoberschule und -heim, die Gaststätte mit Hotel, die Metzgerei und die Brauerei mit der nötigen Wärme versorge. Ab Sommer sollen auch der Prielhof und die Klostergärtnerei angeschlossen werden. Ein großer Teil des benötigten Holzes wachse im Kloster- forst nach, und man leiste mit der Entfernung von Abfallholz auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Borkenkäfers.

Der Umweltschutz, der durch das Kraftwerk auch betrieben werde, sei eine Aufgabe zum Schutz der Schöpfung. Das Kloster können aber dazu auch seine Energiekosten besser kalkulieren, durch Kraft-Wärme-Kopplung Strom erzeugen und so finanziell zum Erhalt des Klosters beitragen. Nach dem Dank an alle beteiligten Firmen, an die Mitbrüder, die diese Entscheidung mittrugen, und die übrigen Beteiligten schloss Pater Lukas seine Ansprache mit dem Wunsch: „Ad multos annos!“, also „Für viele Jahre!“

Diplom-lngenieur Sebastian Wirth (4. von rechts) erläuterte den Ehrengästen die Anlage. Mit ihm auf dem Bild (von links): Landrat Rudi Engelhard, Ministerialdirigent Peter Wackerl, Mdl Max Weichenrieder, Cellerar Pater Lukas Wirth, Mdl Erika Görlitz undAbt Engelbert Baumeister.

 


In Vertretung des verhinderten Staatsministers Josef Miller sprach Ministerialdirigent Peter Wackerl. Er hob besonders hervor, dass das Kloster sich für eine Anlage entschieden habe, bei der „keine staatlichen Fördermittel verbraten“ wurden, da Kraftwerke mit Stromerzeugung nicht unter die entsprechenden Richtlinien fielen. Es freue ihn, dass sich das Kloster „für diese ressourcenschonende, nachhaltige Technologie entschieden“ habe. Denn man müsse sich mehr auf das besinnen, was „an Energie nachwachsen kann und diesen Zinsertrag statt des Sparkontos nutzen“.
Bayern habe solche Vorhaben in den letzten 15 Jahren mit etwa 216 Millionen Euro gefördert und liege mit rund vier Prozent Energie aus Biomasse an der Spitze in Deutschland, wo es gesamt nur 2,3 Prozent seien. Der Minister strebe aber eine Quote von acht bis zehn Prozent an. Schon jetzt würden dadurch 2,3 Milliarden Liter Heizöl pro Jahr und rund sechs Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart.
In bayerischen Wäldern, die etwa ein Drittel der Gesamtfläche bedecken, wachsen laut Wackerl pro Jahr 30 Millionen Kubikmeter nach, von denen bisher etwa zwei Drittel genutzt würden. Man habe also noch eine Reserve, ohne den Wald zu verringern. Abschließend ging er auch auf die Besonderheit der Scheyerer Anlage ein, den Dampfmotor zur Erzeugung von Strom statt der bisher üblichen Dampfturbine. Die dabei erzielten Ergebnisse sollten weitergegeben werden. Er gratulierte dem Kloster zu seiner Entscheidung und wünschte „einen möglichst reibungslosen Betrieb und viel Freude mit der neuen Anlage“.
Zum Abschluss der Feier in den Räumen des Prielhofs, die von einem Bläserquartett der BOS umrahmt wurde, lobte der Planer Diplom-Ingenieur Sebastian Wirth alle Beteiligten für ihr großes Engagement, darunter auch den Elektromeister des Klosters, Frater Kilian, und erläuterte noch kurz wichtige Details. Man habe 850 Meter Dampf- ausgebracht werden. 


Abt Engelbert Baumeister (links) übergab den symbolischen Schraubenschlüssel für die Anlage an Fritz Müller (rechts), der sie betreut.
Dahinter: Cellerar Pater LukasWirth
Fotos: Gruber



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Informationen über die kleine Hackschnitzelheizung 
im Prielhof, welche 1996 als ein Pilotprojekt installiert wurde.

 

 

Ausführlicher Artikel  von Cellerar P. Lukas Wirth OSB