Einholung von Erzbischof Marx in Scheyern

 

Drei Tage vor seiner Amtseinführung ist der neue Münchner Erzbischof Reinhard Marx am Mittwoch den 30. 01. 2008, offiziell empfangen worden. Als erste Station besuchte der 54-jährige Oberhirte an der Bistumsgrenze das oberbayerische Benediktinerkloster Scheyern, das wegen der dort verwahrten Kreuzesreliquie seit Jahrhunderten ein beliebter Wallfahrtsort ist.

 

Empfang am Schyrenplatz

 

Begrüßung am Schyrenplatz

Begrüßung am Schyrenplatz

Klosterinnenhof

Klosterinnenhof

 

Schon eine halbe Stunde vor der offiziellen Ankunftszeit des neuen Erzbischofs von München und Freising drängten sich die Menschen auf dem Schyrenplatz (benannt nach dem Geschlecht der Grafen von Scheyern), um den neuen Bischof zu sehen und ihn mit Fähnchen in den  Kirchenfarben Gelb und Weiß zu begrüßen.

Pünktlich kam er um 11 Uhr an, empfangen von der Musikkapelle Scheyern. Für das Metropolitankapitel München haben ihn dort Dompropst, Weihbischof Engelbert Siebler und der Domdekan, Prälat Lorenz Wolf, für die Gemeinde Scheyern Bürgermeister Albert Müller und weitere Vertreter des kirchlichen und öffentlichen Lebens begrüßt. Bürgerinnen und Bürger aus Scheyern und der näheren Umgebung, darunter Schülerinnen und Schüler der im Klostertrakt untergebrachten Berufsoberschule, haben Marx im Klosterhof mit großer Begeisterung empfangen. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) des Erzbistums schickte eine Fahnenabordnung nach Scheyern.

 

 

 

Begrüßung an der Klosterpforte

Ein Scheyrer Kreuz, Bayerische Wurst, Honig und Bier für den Erzbischof aus Westfalen

 

Abt Engelbert begrüßt Erzbischof Marx

Pater Lukas übergibt das Gastgeschenk

Grußworte des Erzbischofs


An der Klosterpforte erwarteten Abt Engelbert Baumeister und der Konvent den Erzbischof zur Begrüßung.
Abt Engelbert lud nach herzlichen Grußworten den Erzbischof ein, „wieder zu uns zu kommen, um auszuruhen und Kraft zu schöpfen wie früher Kardinal Ratzinger, und besonders zur Feier des hl. Kreuzfestes“ (Redemanuskript von Abt Engelbert).

Als Gastgeschenk wurden ihm vom Cellerar Pater Lukas, eine Nachbildung des Scheyrer Kreuzes in Originalgröße, gefertigt von Pater Markus, einem gelernten Schreiner, und ein Korb mit Klosterprodukten überreicht. Er enthielt Wurst aus der eigenen Metzgerei, eine Flasche Scheyrer Kräuterlikör, ein Glas Honig von Imker Frater Wunibald und aus der Klosterbrauerei Scheyern, von jeder dort gebrauten Sorte, eine Flasche Bier. Abt Engelbert meinte dazu: „Als Grundausstattung für Ihren neuen Haushalt!“

Erzbischof Marx hat von dort einen ersten Gruß an die Gläubigen des Erzbistums gerichtet. “Wegen der Bedeutung des Klosters als ältestes religiöses Zentrum und der dort aufbewahrten Kreuzreliquie“ sei die Wahl auf Scheyern gefallen. Er komme als Pilger und wolle seine Amtszeit in München-Freising „unter das Zeichen des Kreuzes stellen“ sagte er.

Der Abschied von Trier sei ihm nicht leicht gefallen: „Man sagt ja gelegentlich, das sieht ja aus wie der Auszug aus Ägypten, wenn zwei Möbelwagen vor der Tür stehen. Aber Paderborn und Trier sind nicht Ägypten, und Bayern ist nicht unbedingt einfach das gelobte Land.“ Bei diesem Worten ging ein herzliches Lachen durch die Zuhörermenge, welche dann dem Fortgang des biblischen Vergleiches um so interessierter zuhörte: „Das ist kein Aufbruch aus einer Knechtschaft in die Befreiung, es ist ein Aufbruch auch nicht aus der Heimat in die Fremde, denn wir sind uns nicht fremd.“

Bischof Marx hatte dann die gemeinsame Basis und Praxis des Glaubens betont, welche das Erzbistum München-Freising und seine bisherigen Wirkungsstätten verbinden. Er schloss noch an: „So freue ich mich, dass wir hier in Scheyern anfangen können, auch mit dem besonderen Symbol, dass ich den Segen bekomme durch die Kreuzreliquie und damit auch gestärkt und ermutigt werde.“ (Redemanuskript von Erzbischof Marx).

 

 

Empfang im Zeichen des Kreuzes Christi
 

 

Prozession zur Basilika Basilika Segnung mit dem Hl. Kreuz

 

Eine große Zahl von Gläubigen und viele Medienvertreter folgten Bischof Marx in einer Prozession in die Basilika der Benediktinerabtei. Nach dem gemeinsamen Mittagsgebet mit dem Konvent und den in der Klosterkirche anwesenden Gläubigen wurde das Kreuzlied angestimmt. Nach dem Lied segnete Abt Engelbert Baumeister den neuen Erzbischof mit der im byzantinischen Stil gefassten Scheyrer Kreuzreliquie (die seit dem  Jahr 1180  aufbewahrte Kreuzreliquie hütet das Kloster als seinen kostbarsten Schatz). Damit will Marx sein Wirken als Erzbischof unter das Zeichen des Kreuzes Christi stellen. In Trier, wo er als Diözesanbischof wirkte, wird in der Matthiasbasilika, die auch Klosterkirche eines dort beheimateten Benediktinerkonvents ist, seit dem 13. Jahrhundert ein Stück des Kreuzes Christi in einem kostbaren Kreuztafel-Reliquiar aufbewahrt und verehrt.

 

In einer Prozession wurde nun das Scheyrer Kreuz mit dem Kreuzpartikel, gefolgt von Abt und Erzbischof, dem Konvent und dem Domkapitel in die Heilig Kreuz Kapelle begleitet. Pater Thomas (Kreuzpater) erteilte im Anschluss zahlreichen Gläubigen durch Auflegen des Heiligen Kreuzes den Segen.

 

Abschluss mit einem Essen im Refektorium

 

Erzbischof Marx, Abt Engelbert und der Konvent zogen weiter durch den Kreuzgang, vorbei an Königskapelle und Johanneskirche (mit Wittelsbachergrab) in den Bereich der Klausur. Im Refektorium wurde dann das Mittagessen eingenommen (Rehbraten aus dem Klosterforst).

Im Kreuzgang

 

 

Abschied von der Benediktinerabtei Scheyern

 

Gespräche  vor der Klosterpforte Abschied mit Handschlag von Fr. Kilian Abfahrt aus der Klosteranlage

 

Gegen 13.15 Uhr verabschiedete sich die Benediktinerabtei Scheyern vom neuen Erzbischof Reinhard Marx, der dann von einer Polizeieskorte nach München Feldmoching zur Pfarrkirche St. Peter und Paul geleitet wurde.

 

Fotos: Mit freundlicher Unterstützung Frank Ossenbrink, Franz Maurer, Pressestelle Erzbischöfliches Ordinariat