Aus der Klosterchronik

 

Dezember 2004 - November 2005

 

zusammengestellt von Abt Engelbert Baumeister

 

Dezember 2004

 

01.12.2004 : Aussprache- Kapitel im Konvent

 

Zu Beginn der Adventszeit und nach einem Monat seit der Visitation durch die Leitung unserer Bayerischen Benediktinerkongregation nehmen wir in der Klostergemeinschaft noch einmal in den Blick, was uns die Visitatoren als Ratschläge und Ermutigungen gegeben haben. Ein kritischer wie auch dankbarer Rückblick auf Erreichtes stärkt die Verantwortung für unsere gemeinsamen Anliegen sowie die Freuden und Sorgen jedes einzelnen. 

 

14. und 16.12. : Herrlicher Rauhreif

 

Kurz vor Mittag dringt die Sonne durch den Rauhreif und verzaubert den Klosterhof und den Park in eine Märchenlandschaft. P. Andreas und Abt Engelbert halten die Stimmung mit der Kamera fest. Wer weiß, vielleicht muß dieser Moment mangels Schnee wieder für den ganzen Winter herhalten. Unsere BOS-Schüler gehen gerade in die zweite Pause; ein Schüler bittet gleich um ein Digital-Bild für seinen PC, ein anderer meint, etwas frustriert wegen der harten Probezeit, es sei nur schade, dass im Hintergrund gerade die Schule abgebildet ist.

23.12. : Adventgottesdienst der BOS

 

Die Berufsoberschule lädt zu einem Wortgottesdienst in der Basilika ein. Fünfzehn Schüler haben mit P. Lukas und P. Benedikt den Gottesdienst vorbereitet. Sie bringen Ihre Ideen ein: "Wenn das Christkind und der Weihnachtsmann aufeinander treffen", "ein Krippenspiel mit Figuren", "wie man Weihnachten in anderen Ländern feiert." Mit Elan machten sich drei Gruppen daran, diese Themen in Szene zu setzen. Der Chor unter Leitung von Michael Heidenreich trug dazu rhythmische Lieder vor. Es war ein ansprechender Gottesdienst: Ein kritischer Auftakt, in dem das weiß gekleidete Christkind mit dem roten Weihnachtsmann darüber stritt, wem eigentlich das Weihnachtsfest gehöre, gefolgt von der biblischen Botschaft der Herbergssuche, und schließlich ein Blick über den eigenen Horizont auf die Weihnachtsbräuche in anderen Kulturen.

Anschließend versammelten sich die Schüler in der Turnhalle. Der Nikolaus hatte in seinem goldenen Buch Verse mitgebracht, die von viel Humor aufgenommen wurden. Sowohl im Gottesdienst wie auch der Weihnachtsfeier lebte etwas von dem Geist des ehemaligen humanistischen Gymnasiums auf, den ganzen Menschen zu bilden und zu formen. Nicht nur die Altscheyrer werden sich über solche Zeilen freuen.

 

24.12. : Apokalypse-Bilder von Gebhard Fugel als Weihnachtsgeschenk

 

Als großherziges Geschenk bekam unser Kloster einen Zyklus von 25 Bildern von Gebhard Fugel zur Offenbarung des Johannes. Diese Bilder waren bisher im Besitz der Verwandten des Künstlers. Sie wurden uns anvertraut, um ihnen in unserem Haus einen würdigen Platz zu geben und sie auch interessierten Kreisen zeigen zu können. So ist uns auch der theologische und künstlerische Inhalt der Bilder eine Verpflichtung. (vgl. eigenen Artikel)

Abt Engelbert ging in seiner Weihnachtsansprache an den Konvent auf den durchaus auch adventlichen Charakter dieser Bilder ein.

 

25.12. : Arge Überraschung am Weihnachtsmorgen

 

Dass am Weihnachtsmorgen die Heizung kalt bleibt, kann man verschmerzen, dass aber viel heißes Wasser irgendwo aus den Leitungen herausgetreten sein musste, war erschreckend. Nach gemeinsamem Suchen im ganzen Klosterbereich wurde schließlich der Schaden gefunden, und zwar an der empfindlichsten Stelle, in unserer schönen Barockbibliothek. Ein Rohrbruch hinter einem Bücherregal hatte eine gewaltige Menge Wasser freigegeben, das über den Boden in die Gewölbe der alten Klosterapotheke eingedrungen war. Etwa 40 große Folianten mit schönen Einbänden waren völlig durchnässt.

Wir halfen alle zusammen und konnten bis zum Festgottesdienst die wichtigsten Aufräumarbeiten leisten. Ist es nicht wie im Leben überhaupt? Einbrüche ins Leben können ganz schön aufschrecken, aber durch gemeinsames Bemühen und gegenseitige Hilfe lassen sie sich bewältigen. Die Feier des Gottesdienstes mit den Klängen der vertrauten Kempter-Messe hat uns die weihnachtliche Freude wieder hergestellt.

 

In der Predigt weist Abt Engelbert auf das Jahr der Eucharistie hin, das nach dem Wunsch des Papstes die Begegnung mit dem Mensch gewordenen Sohn Gottes erschließen will. Das bringt auch unsere diesjährige Weihnachtskarte zum Ausdruck. Das Weihnachtsgeschehen auf einem alten Kupferstich ist passend zum Jahr der Eucharistie kommentiert: "Das Wort ist Fleisch geworden: Schaut auf den wunderbaren Weg des Heils; damit der Mensch gerettet wird, wird Gott selbst Mensch; Und hat unter uns gewohnt: Und er wohnt unter uns; denn wie er in die Welt kam, so ist er bei uns, verborgen als Brot in der Welt".

 

28.12. : Weihnachtsfeier mit unseren Mitarbeitern

 

Das weihnachtliche Beisammensein mit unsern Angestellten war wieder eine Gelegenheit, unseren Dank für die treuen Dienste in den verschiedenen Bereichen des Klosters auszusprechen.

 

31.12. : Silvester

 

Es ist schon Tradition, dass sich die Mitbrüder nachmittags auf den Weg zu unserer Waldhütte machen, um dort das alte Jahr gemütlich ausklingen zu lassen. Auch unser Silvesterkurs kam dazu und genoss nach dem Fußmarsch gute Gulaschsuppe, die P. Lukas zubereitet hatte.

 

Das Silvesterkonzert am Abend war sehr gut besucht. Marie Therese Daubner (Violincello) und Dr. Stefan Daubner (Orgel) spielten Werke von J. Alain, M. Bruch, C. Franck, O. Messiaen und P. Tschaikowsky.

 

Januar 2005

 

01.01. : Exerzitien in Thyrnau

 

Altabt Bernhard fuhr zu den Zisterzienserinnen nach Thyrnau bei Passau, um der Schwesterngemeinschaft Exerzitien zu halten. Das Kloster besteht seit 100 Jahren. Im ehemaligen Fürstbischöflichen Jagdschloss hatten die Zisterzienserinnen eine neue Bleibe gefunden, nachdem sie ihr Kloster in Rathausen bei Luzern in der Schweiz verlassen mussten. Heute ist Thyrnau für seine exzellente Paramentenstickerei und für die Ausbildung junger Menschen in der Hauswirtschaft bekannt.

 

06.01. : Weihnachtsfeier mit Basilikachor

 

Zum Dank für die Gestaltung vieler festlicher Gottesdienste war der Kirchenchor zum Mittagessen in den Prälatensaal des Klosters eingeladen. Mit einer Darbietung aus dem Weihnachtsoratorium "Brich an du schönes Morgenlicht" und "Fallt mit Dank, fallt mit Loben" bedankten sich die Sänger beim Konvent.

 

10.01.: Sanierung der Gästezimmer

 

Nach der Ruhe der Weihnachtszeit gingen unsere Handwerker daran, den Gästetrakt unseres Klosters zu sanieren. Soweit möglich, sollen die Zimmer Nasszellen bekommen und der Sanitärbereich erneuert werden. Ein hinderlicher Kamin wurde abgetragen und etliche Farbschichten der Wände wurden abgekratzt: Es gab viel Staub, aber auch so manche Verwunderung darüber, wie man bei der Aufstockung des Gebäudes die vorhandenen Holzbalken einfach belassen und unter Verputz gelegt hat.

 

16.01.:Bischöflicher Besuch aus Graz, Neujahrsempfang und Schäfflertanz

 

Zum Sonntags-Gottesdienst war hoher Besuch angesagt: Bischof Dr. Egon Kapellari von Graz-Seckau in der Steiermark besuchte uns mit 25 Priestern seiner Diözese, die zu einem Pastoralkurs im Kardinal-Döpfner-Haus in Freising weilten. Der Bischof hielt selbst die Predigt. Er ging auf die Flutkatastrophe in Asien ein und auf die Frage nach Gott in solch einer Katastrophe. Gott zeige sich, so der Bischof, in den Menschen, die Trost und Hilfe spenden. Als ein Beispiel selbstlosen Dienstes nannte er den Scheyrer Pater Josef Peruschitz, der beim Untergang der Titanic bis zum Schluss den todgeweihten Menschen beigestanden war. In seinem Buch "Sterbebilder" hat Bischof Kapellari ähnliche Lebensbilder zusammengetragen.

 

Nach dem Gottesdienst fand vor der Klosterpforte der Neujahrsempfang unserer Pfarrei statt, zu dem sich auch Bischof Kapellari und seine Begleiter gesellten. Nach einer Führung durch unser Kloster fuhren die Gäste weiter nach Altomünster, um  Kirche und Kloster der Birgit-tinen  kennen zu lernen.

 

Nachmittags erfreuten die "Schäffler" aus Pfaffenhofen mit ihren Darbietungen die vielen  Besucher auf dem Schyrenplatz. 21.01.: Bücher-Lazarett

Seit Anfang Januar trocknete Jochen Humpel aus Gachenbach mit einem Föhn sorgfältig Blatt für Blatt jener Bücher, die am Weihnachtstag vom Wasser beschädigt wurden. Bisweilen bleibt nur die Möglichkeit, die Bücher ganz auseinander zu nehmen und die einzelnen Blätter zwischen Saugpapier zu pressen. Die mühsame Arbeit verdient Bewunderung. Es war Eile geboten, denn schnell verbreitete sich Schimmel an den Büchern. Jochen hat seine Arbeit prima gemeistert.

Der Wasserschaden an Weihnachten erinnerte uns an einen Rohrbruch ebenfalls an einem Weihnachtsfest (1973). P. Albert Siegmund hatte für seine wissenschaftlichen Arbeiten ein eigenes Arbeitszimmer, das nach dem weihnachtlichen Hochamt einer Seenlandschaft glich. Fr. Emmerich Stängl hat es in Versen so festgehalten:

 

                        Albertus, der soviel studiert,

                        weiß nicht, dass Wasser leicht gefriert,

                        sich ausdehnt dann noch außerdem

                        und bersten lässt ein Rohrsystem.

           

                        Das Fenster auf, die Heizung zu,

                        legt er sich weihnachtlich zur Ruh;

                        doch wird er unliebsam geweckt,

                        als Wasser aus der Röhre leckt.

 

                        Es platscht und plätschert, großer Gott;

                        er rennt in höchster Wassernot

                        in Unterhosen hin und her,

                        ruft nach der Klosterfeuerwehr.

 

                        Die kommt auch schleunigst angefegt,

                        hat ihn ganz schonend trocken g'legt.

                        Und die Moral von der Geschicht':

                        die Wissenschaft, die nützt oft nicht.

 

P. Albert hat diese Verse mit Fassung gehört nach dem Motto: "Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen".

 

24.01.: Mitbrüder auf Fortbildung

 

Das Kloster Beuron im Donautal bietet alljährlich einen Brüderkurs an. Heuer nahm Fr. Stefan Völlinger vom 24.01.- 01.02. daran teil. Das Thema des Kurses lautete: "Demutsleiter- Himmelsleiter". Der hl. Benedikt nimmt das Bild einer Himmelsleiter für die Übung der Demut.

 

P. Prior Benedikt Friedrich besuchte im Rahmen seiner pastoralen Fortbildung den kleinen Ort Volkenroda. Er berichtet: "Auf der EXPO 2000 in Hannover waren die Kirchen mit dem Christus-Pavillion vertreten. Als ich damals diese Kirche mit einem Kreuzgang besuchte, dachte ich mir: "Wie ein Klosterbau!" und ahnte nicht, was für ein Bestimmungsort für die Stahl-Glas Konstruktion vorgesehen war: Volkenroda, ein abgelegenes Dorf in Thüringen.

 

Ich kam dorthin, weil ein Teilnehmer unseres Kurses zur evangelischen Jesus Bruderschaft gehört und seit zehn Jahren in Volkenroda lebt und wirkt. Nach der Wende hatte sich die Bruderschaft von Gnadenthal entschieden, das ehemalige Zisterzienserkloster nicht vollends verfallen zu lassen, sondern zu erhalten und neu mit geistlichem Leben zu füllen. Bei der Suche nach Sponsoren für den Wiederaufbau von Klosterkirche und arrangierte man sich mit der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover. Es entstand der ungewöhnliche Plan, den Christus-Pavillion der Weltausstellung anschließend nach Volkenroda zu transferieren und dort dauerhaft zu nutzen. Heute steht der Christus-Pavillon im Süden der alten Klosteranlage. Es ist ein faszinierendes Ensemble von Alt und Neu entstanden, das die alten Umrisse des Klosters gut erkennen lässt.

 

28.01.: Schnuppertage im Kloster

 

16 Schülerinnen und Schüler unserer Berufsoberschule sind der Einladung gefolgt, ein wenig hinter die Klostermauern zu schauen und den klösterlichen Alltag kennen zu lernen.

31.01.: Besinnungstag mit P. Herbert Graupner SJ

 

Vor vier Jahren hat uns P. Graupner, damals Spiritual im Priesterseminar Passau, jetzt Leiter des Exerzitienhauses Fürstenried bei München, in Konferenzen und Gesprächen gute Impulse für unser Zusammenleben im Geist des hl. Benedikt gegeben. Heute war er zu Gast, um mit uns die vergangenen Jahre in den Blick zu nehmen: "Wofür will ich dankbar sein?" Doch auch der Blick nach vorne sollte nicht fehlen: "Welche Hoffnungen habe ich bzw. was ängstigt mich?". Das gemeinsame Bemühen war hilfreich und ein Ansporn für unser Ziel, ein geistliches Zentrum zu sein.

 

Februar 2005

 

16.02.: Trauermusik gestern und heute

 

Der Hospizverein Pfaffenhofen hatte zu einer besinnlichen Stunde in die Johanneskirche eingeladen. Unser Organist und Chorleiter Karl-Heinz Söndermann (Altscheyrer 1957/66) referierte über Entstehung und Entwicklung christlicher Trauermusik und führte in die Musik-Beispiele ein, die der Basilikachor dann zu Gehör brachte. Die Feierstunde galt gleichzeitig dem Gedenken der verstorbenen Chormitglieder seit der Gründung des Chores vor 90 Jahren. Nach einer Prozession mit Psalmengesang aller Teilnehmer durch Kreuzgang und die Basilika klang die Feier aus mit dem Orgelchoral von Joh. Seb. Bach.

 

18.02.: Firmung der Heibl-Kinder aus Norwegen

 

Bereits in dieser frühen Jahreszeit spendete Abt Engelbert in dieser Woche an vier Orten  in der Münchner Diözese die Firmung. Zur Firmung in Indersdorf war auch die Familie von Roland Heibl (Altscheyrer 1972/79, vgl. Turm 61, S.104) aus Norwegen gekommen. Sie verbanden die Firmung mit dem Besuch in der bayrischen Heimat. Für Franziska, Thomas, Korbinian und Katharina war die Firmung in dieser herrlichen Rokokokirche ein besonderes Erlebnis. Daheim in Norwegen haben sie eine eigene, kleine Holzkapelle, und es sind weite Entfernungen zu anderen Christen.

 

20.02.: Eröffnung der Kreuz-Ausstellung in Freising

 

Das Diözesanmuseum in Freising hat für die Ausstellung  "Kreuz-Kruzifix / Zeichen und Bild" als Leihgaben unsere barocke Kreuz-Monstranz (1738), den ursprünglichen Reliquien-Behälter der Kreuzreliquie und Votivtafeln aus der Kreuzkapelle erbeten. Die Thematik des Kreuzes wird umfassend dargestellt und in einem stattlichen Katalog festgehalten.

 

21.02.: Einkehrtag der Seelsorger des Landkreises im Kloster

 

Alljährlich laden wir in der Fastenzeit die Seelsorger aus den drei Dekanaten unseres Landkreises zu einem Besinnungstag ein. Heuer gestaltete diesen Tag der Priesterseelsorger der Diözese München/Freising Peter Neuhauser. Er gab Impulse zur Seelsorge an uns selbst. Wo liegen die Quellen, Orientierungen und Hilfen eines Seelsorgers?"

 

22.02.: Reha und Übung für die Stimme

 

P. Andreas Seidler musste auf ärztlichen Rat hin seiner schon lange beeinträchtigten Stimme eine umfassende Behandlung gönnen. Im Klinikum Bad Gögging gibt es eine Spezialabteilung für Phoniatrie, wo er eine gute Therapie erhielt.

Der richtige Einsatz und Gebrauch der Stimme ist für uns alle eine tägliche Herausforderung.   Für Übungen in Atemtechnik und Stimmbildung konnten wir mit Herrn Andreas Weiß aus Pfaffenhofen einen Fachmann gewinnen. 

 

26.02.: BOS-Informationstag

 

Etwa 100 Schüler und Schülerinnen zeigten sich interessiert für die Berufsoberschule Scheyern. Schulleiter Norbert Hauß und einige Fachbetreuer stellten den Ausbildungsweg vor und zeigten die Anforderungen auf. P. Lukas Wirth stellte unser Wohnheim und die Unterkunftsmöglichkeit für Mädchen vor, die in den letzten Jahren eingerichtet worden sind.

 

März 2005

 

01.03.: Botschafter der Hallertau

 

Im Pfaffenhofener Kurier wurden 26 Frauen und Männer genannt, die nach einem Intensivkurs mit rund 20 Ausbildungsstunden von Landrat Rudolph Engelhardt die Qualifikation als ausgebildete Gästeführer im Landkreis erhielten. Auch unser Fr. Matthäus hat an diesem Kurs teilgenommen und kann künftig bei seinen Führungen durch die Basilika und Teile des Klosters auch Heimatgeschichte mit einbeziehen.

 

11.03.: Freundeskreis St. Bonifatius aus Fulda

 

Die Mitglieder des Freundeskreis St. Bonifatius aus Fulda trafen sich zu Besinnungstagen in unserm Kloster. P. Thomas Köhler und P. Prior Benedikt machten sie mit der Gestalt des hl. Benedikt vertraut und führten sie in unseren Klosteralltag ein. Sie hatten selbst einige Kurzreferate erarbeitet zu den Themen "Christ sein heute" und "Arbeitsmarktreform und soziale Gerechtigkeit". Es war ihnen auch ein wichtiges Anliegen, die Ziele und  Perspektiven ihres Freundeskreises neu zu klären und zu festigen.

 

16.03.: P. Prior Benedikt ein Vierziger

 

Der 40. Geburtstag signalisiert gewöhnlich die Lebensmitte; zum Kreis der "Bedächtigeren" gehört nun auch unser P. Prior Benedikt Friedrich. Die Mitbrüder gratulierten ihrem Prior, die Pfarreien ihrem Kaplan und die BOS-Schüler ihrem Religionslehrer und wünschten ihm Gottes Segen, Schaffenskraft und gute Gesundheit. Da P. Prior am "Männersport" in der Gemeinde teilnimmt und gerne die Parkwege abläuft, bekam er als Geburtstagsgeschenk seiner Verwandten neue Jogging-Schuhe, damit in Zukunft weiter "alles gut läuft".

 

17.03.: Kloster Andechs feiert

 

550 Jahre Benediktinerkloster Andechs, 250 Jahre Rokoko-Wallfahrtskirche: Zu Beginn dieses Jubiläumsjahres waren die Äbte der Bayerischen Benediktinerkongregation eingeladen. Dem Gottesdienst stand der bisherige Bischof von Augsburg und vormalige Abtprimas der Benediktiner Viktor Josef Dammertz vor. In seiner Predigt betonte er die Notwendigkeit der Klöster als geistliche Zentren für die Pastoral unserer Zeit.

 

18.03.: Ein Stück Altscheyern verschwindet

 

Dieser Tage wurde das ehemalige Mädchenschulhaus abgerissen. Damit verschwindet ein Stück "Altscheyern".

 

20.03.: Karwoche, geistliche Exerzitien

 

In den Tagen der Karwoche hielt uns Abt Anselm Zeller vom Tiroler Kloster St.Georgenberg/Fiecht die Jahresexerzitien. In ansprechenden und praktischen Überlegungen gab er uns Anregungen, die eigene Berufung zu vertiefen und Gefährdungen zu erkennen. Er zeigte uns auf, wie es gelingen kann, gleich St. Benedikt die Unterscheidung der Geister zu üben, den richtigen Rhythmus in Gebet und Arbeit zu finden, und schließlich in der täglichen Eucharistiefeier die Quelle für das geistliche Leben zu finden. 

 

27.03.: Ostern

 

In der Osternacht predigte P. Prior Benedikt, beim Festgottesdienst am Tag Abt Engelbert. Zum 60. Jahrestag der Hinrichtung von Dietrich Bonhoeffer und P. Alfred Delp SJ sprach er über die Osterbriefe, die sie im Angesicht des Todes aus dem Gefängnis geschrieben hatten: "Die Auferstehung Christi macht offenbar, dass wir Zukunft haben. Leiden und Tod verlieren dadurch nichts von ihrer Bitterkeit, aber sie erscheinen in einem neuen Licht" (Dietrich Bonhoeffer).

 

29.03.: Tagung der "Salzburger Äbtekonferenz" in Freising

 

Jährlich treffen sich in der Osterwoche die etwa 60 Äbte des deutschsprachigen Raumes. Zum diesjährigen Tagungsort im Kardinal-Döpfner-Haus auf dem Domberg in Freising hatte Abt Engelbert wohl den kürzesten Anfahrtsweg. Leider konnte der barockisierte Dom mit seiner schönen, romanischen Krypta wegen einer umfassenden Renovierung nicht besucht werden. Dafür war im Diözesanmuseum die Ausstellung "Kreuz und Kruzifix - Zeichen und Bild" zu sehen. Die Tagung  war einen Tag der Begegnung mit der darstellenden Kunst gewidmet. Direktor Dr. Steiner vom Freisinger Diözesanmuseum machte die Äbte mit den Schwerpunkten der Ausstellung vertraut. Interessant war auch die Begegnung mit Christian Stückl, dem Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele und Intendanten des Volkstheaters in München. Er berichtete von seinen Erfahrungen und Bemühungen um das Gelöbnisspiel, das immer wieder einer verantwortungsvollen Erneuerung bedarf.

Eine gemeinsame Fahrt nach München galt zunächst der Besichtigung der neuen Herz-Jesu Kirche. Eigens für die Äbte wurden die großen Kirchentore geöffnet, welche die ganze Fassade der Kirche einnehmen. Der Kirchenraum faszinierte alle mit seiner wechselnden Lichtwirkung. Ein Empfang bei Herzog Franz von Bayern im Schloss Nymphenburg war für die Äbte eine besondere Ehre und Freude. Die Grüße von Herzog Franz nach Scheyern waren besonders herzlich, ist er doch Ehrenvorsitzender unseres Freundeskreises. Bei den benediktinischen Schwestern der "Venio-Gemeinschaft", die nicht weit von Schloß Nymphenburg wohnen, sangen wir zum Abschluss gemeinsam die Vesper.

 

April 2005

 

 

05.04.: Fest Heimgang des hl. Benedikt

 

Das Hochfest des hl. Benedikt feierten wir zusammen mit unseren Berufsoberschülern. Nach dem Gottesdienst in der Basilika waren alle, auch die Lehrer und sonstige Gottesdienstbesucher zu einer Begegnung mit dem Konvent im Prälatensaal eingeladen. Der Schülerchor sang unter Leitung von Karl-Heinz Söndermann, bevor Abt Engelbert einlud, sich am reichlich gedeckten Buffet zu bedienen. 

 

07.04.: Gerüst vor der Pforte

 

Der Gästegang im Konvent ist immer noch eine große Baustelle, doch heute wurde ein Gerüst schon für die nächste Baumaßnahme aufgebaut: Sanierung der Pforten- und Abteifassade. Die Mauerrisse kann jedermann sehen, aber wie wird das Gebälk unter dem Dach ausschauen? Wie umfassend wird diese Baumaßnahme an der Wetterseite werden? 

 

08.04.: Papstwappen vor unserer Basilika trägt Trauerband

 

Wie vielerorts feierten wir auch in unserer Scheyrer Basilika ein Requiem für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. Die Erhebung unserer Abtei- und Pfarrkirche am 9. März 1980 zur päpstlichen Basilika liegt genau 25 Jahre zurück. Unser Dank galt  Papst Johannes Paul II, der unserer Kirche diese Auszeichnung verliehen hat.

In seiner Predigt sprach Abt Engelbert über Gedanken des Papstes in seinem Buch "Römisches Triptychon - Meditationen". Dieses Buch hatte ihm Kardinal Joseph Ratzinger bei seinem letzten Aufenthalt in Scheyern am Fest Christi Himmelfahrt 2003 geschenkt. Kardinal Ratzinger hat dazu die Einführung geschrieben. Ganz aktuell zum Tod des Papstes und dem folgenden Konklave waren Gedanken angesichts des großen Gemäldes von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle: "Die Menschen, denen die Sorge um das Erbe der Schlüssel anvertraut wurde, versammeln sich hier unter dem Eindruck der Sixtina, einer Vision, die Michelangelo uns hinterlassen hat - so wird es wiederum sein, wenn es erforderlich wird , nach meinem Tode… Und so sehen sie sich zwischen dem Anfang und dem Ende, zwischen dem Tag der Erschaffung und des Gerichts… DU, der DU  alles durchschaust- zeige auf jenen! Und ER wird auf ihn zeigen…

Im feierlichen "Regina coeli laetare, Halleluja" wandten wir uns am Schluss des Gottesdienstes an Maria, der Patronin unseres Gotteshauses. Als großer Marienverehrer hatte Papst Johannes Paul II. viele Wallfahrtsorte überall auf der Welt besucht und die Kirche ihrer Fürbitte anvertraut.

 

12.04.: FC Bayern verliert trotzdem

 

Großer Fußballabend in der Münchener Allianz-Arena: Trotz "geballten geistlichen Beistandes" durch die Anwesenheit von drei Scheyrer Mitbrüdern und trotz Siegestor in letzter Minute reicht es den Bayern  nicht zum Weiterkommen in der Champions Leage. Durch das Geschenk dreier bevorzugten Freikarten wollte ein Spender auch einmal Klosterbrüder erleben lassen, wie es bei so einem hochkarätigen Spiel im Stadion zugeht. So können künftig Fr. Subprior Kilian, P. Markus und P. Lukas besser mitreden, wenn unsere Mitarbeiter oder Schüler als "Experten" über Theorie und Praxis des Fußballs reden, jener "schönsten Nebensache der Welt".

 

19.04.: "Habemus Papam"

 

Am Schluss unseres Gottesdienstes wurde dem Hauptzelebranten heute ein Zettel gereicht. Zur Überraschung aller verkündet er uns "Habemus Papam" und fügte in das Schlussgebet eine Fürbitte für den soeben gewählten Papst ein. Doch wer war es? Kurz darauf erlebten wir es am Fernseher mit: Unser oftmaliger Gast Joseph Kardinal Ratzinger. Welch eine Überraschung! Gott segne sein Wirken!

 

23 Mal steht in unserem Gästebuch sein Name. Auch heuer wollte er wieder vor Pfingsten ein paar Tage bei uns verbringen … Aus dieser dankbaren Verbundenheit mit dem neuen Papst Benedikt XVI. machen sich drei Tage später Abt Engelbert und P. Thomas auf den Weg nach Rom, um an den Feierlichkeiten der Amtseinführung teilzunehmen. (vgl. eigenen Bericht)

 

23.04.: Jahrestreffen des Freundeskreises unserer Abtei

vgl. eigenen Bericht

 

Mai 2005

 

01.05.: Heilig- Kreuz- Fest

 

Abt Dr. Johannes Eckert von St. Bonifaz/ München - Andechs hielt den Festgottesdienst. In seine Predigt stellt er Erfahrungen, durch die das Leben durchkreuzt worden ist. Am Beispiel der Maria von Magdala, die sich dem Kreuz stellt und dann vom Auferstandenen beim Namen gerufen wird, wird österliche Begegnung mit dem Herrn erfahrbar. Darum die Ermutigung im letzten Satz der Predigt: "Habt keine Angst, auch nicht vor dem letzten Kreuzweg, dann, wenn die Nacht des Todes über euch hereinbricht, ich kenne euere Namen, über die Grenze des Todes hinaus."

01.05.: Kunst im Gut

 

Der Besucherandrang bei "Kunst im Gut" war unvorstellbar. Geparkte Autos säumten in langen Reihen die Zufahrtstraßen. Alle Stände fanden großes Interesse. Der Altscheyrer Franz Peter (1966/75), der an der Volkshochschule Bildhauerei unterrichtet, gestaltete für den Garten vor dem Prielhof eine Holzskulptur.

 

 

03.05.: Hl. Kreuzreliquie in Freising

 

In der Johanneskirche auf dem Domberg in Freising lud  Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger zu einer Kreuz-Versper ein. Abt Engelbert und P. Lukas nahmen daran teil und brachten die hl. Kreuzreliquie aus Scheyern mit. In Verbindung mit der Kreuzausstellung im nahen Dommuseum war der Segen mit dem hl. Kreuz vielen Besuchern ein besonderes Erlebnis.

 

04.05.: Europa-Tag an der BOS Scheyern

 

"In Vielfalt geeint", "Wurzeln europäischer Identität", "Europa der Nationen oder Nation Europa", "europäische Kompetenznetz-Kriterien", "Europäisches Friedensgebet", dazwischen "Europa kulinarisch" - mir diesen Themen gestalteten unsere Berufsoberschüler einen Europa-Tag.

Die Turnhalle war mit den Fahnen aller europäischen Länder und mit der blauen Europa-Fahne geschmückt. Die zwölf goldenen Sterne darauf erklärte der bayrische Europaminister Sinner in seiner Ansprache auch mit dem Hinweis auf die Bibelstelle in der geheimen Offenbarung (12,1): Eine Frau mit einem Kranz von 12 Sternen auf ihrem Haupt. Die Zuhörer waren überrascht, dass im Fahnensymbol der christliche Bezug nicht ausgeklammert ist. Die Europa-Fahne hatte Paul Levi, ein zum katholischen Glauben übergetretener Jude und seinerzeit Leiter der Kulturabteilung des Europarats, aus einem ganz persönlichen Erlebnis heraus als Symbol vorgeschlagen. Sein Vorschlag war1955 angenommen worden. Eine Dokumentation und Würdigung des Europatages bringt ein eigener Beitrag in diesem Heft.

 

05.05.: Kreuzritt

 

Vom Prielhof zogen etwa 50 Pferde mit ihren Reitern und im Kutschengespann vorbei an den Weihern, über den Scheyrer Berg zum Schyrenplatz, und schließlich in den Klosterhof. Entgegen allen Befürchtungen blieben die Pferde auch während der kurzen liturgischen Feier, den Gebeten und dem Segen mit dem hl. Kreuz ganz ruhig, so dass Abt Engelbert mit dem Weihwasser sogar durch die Reihen zu den einzelnen Reitern und Gespannen gehen konnte. "Wir kommen nächstes Jahr wieder" war der einstimmige Tenor, bevor sich Reiter und Pferde wieder auf den teilweise mehrstündigen Heimweg machten.

06.05.: Sinfonische Raritäten aus dem Kloster Scheyern

 

In einem Benefizkonzert, gesponsert vom Lions-Club Pfaffenhofen-Hallertau und Schrobenhausen-Aichach, brachte das Arsatius Consort unter Leitung von Georg Brunner in der Basilika wiederentdeckte musikalische Raritäten aus unserer Musikbibliothek zu Gehör. Anfang April hatte das Orchester die barocken Werke einstudiert und davon eine CD erstellt. Es handelt sich um Kompositionen italienischer, deutscher und österreichischer Komponisten aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, darunter mehrere Unicate.

 

11.05.: Konvent besucht Kreuzausstellung in Freising

 

Mit der Klostergemeinschaft besuchten wir heute die Kreuz-Ausstellung in Freising. Unsere Tischlesung hatte uns mit Auszügen aus dem umfangreichen Ausstellungs-Katalog darauf vorbereitet. Wir hatten gelesen: "Mensch, Baum, Kosmos, Siegel - Formen und Bedeutungen des Kreuzes", "Bild und Wort - das Kreuz und die Evangelien", "Das Kreuz im ersten Jahrtausend - autonomes Zeichen, Symbol und Attribut", "Gewalt im Zeichen des Kreuzes - ein emotional besetztes Thema", "Das Kreuz in der säkularisierten Gesellschaft".

 

16.05.: Wallfahrtsgottesdienst in Altötting

 

Am Pfingstmontag pilgern alljährlich große Wallfahrtsgruppen nach Altötting. In diesem Jahr war Abt Engelbert eingeladen, den feierlichen Wallfahrtsgottesdienst in der Basilika zu halten. Mit einer Gruppe, die schon seit drei Tagen unterwegs war, ging er das letzte Wegstück von Heiligenstatt (6 km) mit und erlebte mit ihnen so den Einzug und Empfang in Altötting. Mehr als 8000 Pilger füllten die Basilika. Ein Bläserensemble blinder Musiker aus München begleitete die Lieder und spielte nach dem Gottesdienst vor der Basilika. Großer Applaus drückte die große Hochachtung vor dieser Leistung der jungen Musiker aus.

22.05.: Bundesgartenschau in München

 

Gerne waren wir der Einladung gefolgt, auf der Bundesgartenschau in München einen Sonntagsgottesdienst zu gestalten und unser Kloster am Platz der Weltreligionen vorzustellen.     Obwohl der Platz der Weltreligionen etwas abseits liegt, kamen im Laufe des Nachmittags überraschend viele Besucher, um sich über unser Kloster und seine Aufgabenbereiche zu informieren. Der Tag auf der "BUGA" endete dort mit unserer gesungenen Vesper.

 

27.05.: Konventausflug nach Augsburg

 

Die Hasenbrauerei, die seit 1950 unsere Klosterbrauerei gepachtet hat, hatte uns zu einem Besuch nach Augsburg eingeladen. Nach der Brauereibesichtigung hatte man für uns eine Stadtführung organisiert. Die Schwerpunkte waren die Klosterkirche St. Ulrich und Afra, der Goldene Rathaussaal sowie die Fuggerei. Nach dem Mittagessen bei einem Hasenbräu-Wirt besuchten wir die Benediktinerabtei St. Stephan. P. Egino nahm uns gastlich auf und machte uns mit der Geschichte und den Aufgaben seines Klosters vertraut. Ein kleiner Abstecher führte uns zur Burganlage Oberwittelsbach, wo sich die Grafen von Scheyern 1119 niedergelassen hatten. Nur die Kirche hat die Wirren der Zeit überdauert. Ein Gedenkstein erinnert an die Geschichte der Burganlage aus dem 12./13. Jahrhundert.

 

Die letzte Station unseres Ausflugs war Kühbach, wo bis 1803 eine Benediktinerinnen-Abtei war. In der ehemaligen Klosterkirche sangen wir die Vesper. Anschließend wurden wir von Baron Umberto von Beck-Peccoz, dem heutigen Besitzer der Klosteranlage, durch das Schloß geführt. Er zeigte uns einen Teil des privaten, vorbildlich renovierten Hauses und den erhaltenen Abschnitt des mittelalterlichen Kreuzgangs. Abschließend wurden wir in dem schönen, schattigen Biergarten aufs beste bewirtet. Die herzliche Begegnung mit dem Baron Umberto von Beck-Peccoz rundete den schönen - und auch reichlich heißen - Tag ab.

 

Juni 2005

 

03.06.: Herz- Jesu- Fest in Ettal

 

"Habemus abbatem - wir haben wieder einen Abt" war die freudige Nachricht aus Ettal vor einer Woche. Mit der Vollendung des 70. Lebensjahres war Abt Edelbert Hörhammer nach 32 Jahren von seinem Amt zurückgetreten.  Der Konvent hat P. Barnabas Bögle zum neuen Abt gewählt. Ein erster Kontakt mit ihm ergab sich anlässlich des Herz-Jesu-Festes. Traditionell besucht an diesem Tag der Abt von Scheyern  die Klostergemeinschaft von Ettal und feiert mit ihr den Festgottesdienst.

 

12.06.: "flügge werden"

 

Junge Turmfalken waren an verschiedenen Stellen rings um unseren Kirchturm: Am Boden, am Fenstergesims, auf dem Baugerüst vor der Pforte. Sie hatten wohl geglaubt, schon flügge zu sein, waren aber vom Nest hoch am Kirchturm nur taumelnd auf dem Boden gelandet und hatten sich verkrochen. Vorsichtig haben wir einige eingefangen und auf dem Kirchendach wieder ausgesetzt, damit sie von den Eltern noch gefüttert und angelernt werden. Diese hatten für ihre Jungen wohl nicht so umsichtig sorgen können, wie es von den Adlern bekannt ist, die beim Flüggewerden den taumelnden Flug der Jungen mit ihren ausgebreiteten Flügeln abfangen und sie wieder empor tragen. Wie passend war da am heutigen Sonntag die Lesung aus dem Buch Exodus (19,3), wo Gott dem Volkes Israel sagt: "Ihr habt gesehen, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe". Ein anschaulicher Lernprozess auch für unseren Glaubensweg!

26.06.: "Psalmen Davids" von Orlando di Lasso

 

Das Palestrina-Ensemble München brachte in der Basilika die "Psalmen Davids" von Orlando di Lasso zu Gehör. Der Münchner Hofkomponist hatte auch Verbindung zum Kloster Scheyern: Ein Werk ist dem Scheyrer Abt Benedikt Prumer (1574-1610) gewidmet. Unsere Klosterbibliothek besitzt mehrere kostbare Bände mit Werken von Orlando di Lasso; anlässlich des heutigen Konzertes konnten sie in der Sakristei eingesehen werden.

 

27.06.: Betriebsausflug

 

Mit den Angestellten des Klosters fuhren wir nach Fischbachau und Bayrischzell, der Keimzelle unseres Klosters am Fuß des Wendelsteins. Was es bis zur Säkularisation 1803 für das Kloster Scheyern bedeutet hat, über die weite Entfernung hin dort die Seelsorge zu leisten und mehrere Meierhöfe zu unterhalten, können wir uns heute gar nicht mehr ausmalen. P. Lukas rückte es für uns alle ein wenig ins Bewusstsein. Die Anlage und Ausstattung der Martinskirche in Fischbachau zeigt auffallende Ähnlichkeit mit der Scheyrer Klosterkirche. Auch die nahe Wallfahrtskirche Birkenstein, heute eine der meist besuchten Wallfahrtsstätten unserer Diözese, geht auf die Scheyrer Benediktiner zurück. Nahe Geitau liegt der ursprünglich zum Kloster Scheyern gehörende Hof des Kloo-Bauern.

Seit 600 Jahren ist der Hof in Familienbesitz und  die Kloo-Bauern sind mit Recht stolz auf diese lange Tradition und die Verbindung mit dem Kloster Scheyern. Sie freuten sich über unseren Besuch und luden uns in die geräumige Stube zu einer Rast ein mit erfrischenden Getränken und eigens gebackenen "Stritzeln". Danach ging es weiter nach Bayerischzell, wo wir vom Bürgermeister und vom Pfarrer begrüßt wurden. Der Tag klang fröhlich aus im Gasthof "Rote Wand" in Geitau.

 

29.06. "Ich war Gast,  und ihr habt mich aufgenommen"

 

Ein halbes Jahr lang hatten wir unsere Gästezimmer grundlegend saniert und erneuert. Heute wurden sie von Abt Engelbert gesegnet und ihrer Bestimmung übergeben. Er brachte in Erinnerung,  was der hl. Benedikt für die Aufnahme der Gäste ans Herz legt. Gastmeister P. Thomas und alle Mitbrüder freuten sich über das gelungene Werk. 

 

Juli 2005

 

 

11.07.: Hochfest des hl. Benedikt - Kapiteljahrtag

 

Im Kloster Ettal war die Abtweihe von Abt Barnabas Bögle OSB durch Kardinal Friedrich Wetter. Abt Engelbert und Altabt Bernhard nahmen an der Feier teil. Nach 32 Jahren und somit als weltweit dienstältester Abt hatte Abt Edelbert Hörhammer mit Vollendung seines 70. Lebensjahres sein Amt niedergelegt in jüngere Hände gelegt.

 

Der abendliche Gottesdienst in unserer Basilika war verbunden mit dem Kapitel-Jahrtag des Dekanats Scheyern. Das Gedenken für die verstorbenen Seelsorger beim Besuch der Gräber auf dem Klosterfriedhof galt besonders dem langjährigen Pfarrer und Dekan P. Franz Gressierer, der im letzten Jahr verstorben ist.

 

18.07.: Mit 90 Jahren noch rüstig und aktiv

 

Ihren 90. Geburtstag feierte Frau Leni Reichhold. Seit 63 Jahren arbeitet sie im Kloster mit, früher vor allem im Byzantinischen Institut mit Pater Bonifaz und in der Klosterbibliothek mit Pater Franz. Ihrem Bruder Pater Anselm, der am 11. September 2001 gestorben ist, war sie jahrzehntelang eine große Hilfe bei seinen historischen Forschungen und vor allem bei der Erstellung und dem Versand des "Scheyrer Turm". Frau Reichhold erfreut sich noch guter Rüstigkeit, mit großem Eifer pflegt sie den Klosterfriedhof. Auch für Arbeiten in unseren Sammlungen und für das Archiv ist sie viel und gerne tätig. (vgl. Bericht über KZ.: Mit Jugendlichen im Gespräch)

 

29.07.: Aufführung von Verdis Oper "Nabucco"  im Klosterhof

 

"Hält das Wetter aus, oder fällt die Aufführung von Nabucco wegen eines drohenden Unwetters ins Wasser?" Das war die große Frage an diesem Abend. Es war wohl der heißeste Tag des Jahres gewesen. Gegen Abend zogen dunkle, bedrohliche Wolken über den Klosterhof und entluden sich nur wenige Minuten nach Beginn der Aufführung. Ein kurzer, aber gewaltiger Regenschauer prasselte auf die 1500 Zuschauer hernieder, begleitet von heftigen Stürmen. Dabei hätte es so schön sein können: Eine Oper im Klosterhof - das war eine Premiere, und die Karten waren längst ausverkauft. Der Veranstalter Power Concerts Tourneen fand im Klosterhof ein einmaliges Ambiente vor. Chor und Orchester waren aus Dresden. Schade, es hätte so schön sein können …

 

 

August 2005

 

01.08.: Gedenken der Stifterin Haziga

 

Im Bewusstsein vieler Kinder aus unserer Pfarrei hat mittlerweile das Gedenken der Stifterin Haziga wieder einen festen Platz. Etwa 150 Kinder kamen am Nachmittag in die Johanneskirche. P. Prior Benedikt hatte, unterstützt durch Mütter der Kinder, ein Spiel über die Klostergründung einstudiert. Die Texte und Lieder vermittelten das Grundanliegen und den Geist, der ein Kloster auch in der heutigen Zeit prägt. Anschließend erhielten die Kinder an der Klosterpforte aus der Hand des Abtes und des Zellerars jeweils einen Euro und ein Nusshörnchen: Ein Dank und ein Zeichen für die Wohltätigkeit unserer Stifterin Haziga!

 

01.08.: Fortbildungswoche junger Mönche

 

Die sog. Triennalentagung, eine Fortbildungswoche der Bayerischen Kongregation für die jungen Mönche mit zeitlicher Profeß, fand dieses Jahr in unserem Kloster statt. Der Moderator, P. Raphael Lang von Ettal, hatte schon vor einem Jahr seinen inzwischen zum Abt gewählten Mitbruder Barnabas Bögle gewinnen können. Unter dem Thema "Christus-Zeugnisse der frühen Kirche" gab er mit seiner profunden Kenntnis der Kunst und Archäologie den jungen Mitbrüdern wertvolle Impulse für ihr geistliches Leben.

 

11.08.: Eröffnung des "Benediktwegs" in Altötting

 

Mit der Einladung zur Eröffnung des "Benediktwegs" verbanden Abt Engelbert, P. Andreas und Postulant Bernhard Schmid einen Besuch im Wallfahrtsort Altötting. Zielpunkt war neben den Kirchen an diesem Gnadenort das Jerusalem-Panorama, weil diese großflächige Darstellung des Leidens und Sterbens Jesu von Prof. Gebhard Fugel geschaffen wurde, dem wir auch unsere Apokalypse-Bilder in Scheyern verdanken (vgl. Artikel). Die Betrachtung der Leidensgeschichte Jesu wird in diesem Panorama, akustisch durch biblische und zeitgeschichtliche Texte vertieft, zu einem eindrucksvollen Erlebnis.

 

Mit der Einweihung eines "Benediktwegs" wollten die Orte der Kindheit und Jugend von Papst Benedikt XVI. bewusst einen geistlichen Akzent setzen gegenüber manchen Auswüchsen von Geschäftigkeit in den ersten Wochen nach der Papstwahl. Kardinal Wetter hat dies in seiner Ansprache besonders betont. Mit dem "Benediktweg" sollen die Stationen des jungen Joseph Ratzinger und sein Hineinwachsen in die Kirche aufgezeigt werden. Texte zum besseren Verständnis sollen die Besucher auf diesem Weg begleiten.

 

16.08.: Fahrt zum Weltjugendtag in Köln

 

Mit 55 Jugendlichen aus Scheyern und Umgebung sind P. Prior und Fr. Johannes nach Köln aufgebrochen. Begeisterung und Besinnung sprechen aus den Erlebnisberichten, in denen sie Ihre Eindrücke schilderten.

 

September 2005

 

03.09.: Gedenktafel der Ungarn in der Königskapelle

 

Eine Delegation aus Ungarn fand sich in Scheyern ein zur Einweihung einer Gedenktafel für den ersten ungarischen König Stefan I. und seine Frau Gisela. Die Stadt Estergom hatte das Denkmal in Auftrag gegeben, um damit besonders die Verbindung Ungarns mit dem westlichen Europa zu betonen. Die Inschrift der Tafel bringt dies zum Ausdruck:

 

"Die Heimatstadt vom heiligen Stephan erinnert sich mit tiefer Verehrung an das königliche Paar, an diesen Ort ihrer Vermählung. Der heilige Stephan und die selige Gisela haben gemeinsam den christlichen ungarischen Staat begründet. Sie haben ein starkes und reiches Land im Herzen Europas hinterlassen. Ihre Ehe hat die Fäden der ungarischen und der bayerischen Geschichte miteinander verknüpft und wurde Quelle schöpferischer Kräfte. Die Bürger der Stadt Esztergom, September 2005." (vgl. eigenen Bericht, sowie Artikel in Heft 52/1995, S.33-36: Verlobung in Scheyern, mit Bildern von Mutzl)

05.09.: Generalkapitel der Bayerischen Benediktinerkongregation

 

Alle vier Jahre treffen sich die Vertreter der Klöster unserer Kongregation zum Generalkapitel. Heuer fand es vom 5.-8. September in der Abtei Plankstetten statt. Neben einem Überblick über die Entwicklung der einzelnen Abteien  und Berichten verschiedener Gremien (Wirtschaftsausschuss, Kommun-Noviziat, Benediktinerakademie u. a.) nahm diesmal die Verabschiedung einer neu geschaffenen Visitationsordnung breiten Raum ein. Diese dient zur Vorbereitung für die alle vier Jahren stattfindende Visitation jedes Klosters. Dabei geht dabei um eine Aussprache über geistliche, personelle und wirtschaftliche Fragen. 

Abtpräses Dr. Gregor Zasche (Schäftlarn) kandidierte nicht mehr für den Vorsitz. Abt Dr. Emmeram Kränkl (St. Stephan, Augsburg) wurde zum neuen Präses gewählt.

 

10.09.: Keltenschanze

 

Zum "Tag des offenen Denkmals" hatte der Scheyrer Heimatkreis an die spätkeltische Viereckschanze im Scheyrer Forst eingeladen, um dieses Denkmal   unserer Heimat der Öffentlichkeit bewusster zu machen. Dr. Walter Irlinger vom Landesamt für Denkmalpflege gab einen Überblick über die historische Forschung. Zunächst hatte man die Keltenschanzen für römische Befestigungsanlagen angesehen, später als Gutshöfe begüterter Kelten. Die heutige Forschung, die sich auf zahlreiche Ausgrabungen stützt, vertritt die Ansicht, dass es sich um den Sitz vornehmer Kelten handelt, da man Speicher für Getreide und Hinweise auf handwerkliche Betätigung wie Glasherstellung und Bearbeitung gefunden hat. Nach vielen fragen an den Referenten zeigte ein Rundgang über den Wall den Umfang und die genaue Anlage mit Torbereich und Graben. Diese Keltenschanze an der alten Jetzendorfer Straße bleibt auch künftigen Generationen ein Rätsel.

 

11.09.: Heilig- Kreuz-Fest

 

Erzabt Jeremias Schröder OSB von St. Ottilien hielt den Festgottesdienst, der vom Basilikachor und einer Bläsergruppe mit der Turmbläsermesse von Fridolin Limbacher musikalisch gestaltet wurde. In seiner Predigt bezeichnete der Erzabt das Hl. Kreuz in Scheyern als eine "Bibel zum Anfassen". Das Kreuz gebe einen Weg vor, der Nachfolge Jesu sei, "dienend und in liebender Demut". Es sei ein Zeichen dafür, "wie sehr die Menschen von Gott geliebt werden".

 

 

14.09.: Goldene Profeß von Abt Engelbert

 

Mit dem Festtag Kreuzerhöhung verband die Klostergemeinschaft die Feier der Goldenen Profeß von Abt Engelbert. Dem Gottesdienst stand Erzbischof Friedrich Kardinal Wetter vor, die Predigt hielt der bisherige Präses der Bayerischen Kongregation, Abt Dr. Gregor Zasche von Schäftlarn. Mit der Messe in C-Dur von Franz Schubert umrahmte der Basilikachor den festlichen Gottesdienst.

 

30.09.: TU München übergibt Versuchstation im Prielhof

 

Nach 15 Jahren intensiver Forschungsarbeit übergabt die Technische Universität München (TUM) die Versuchstation im Klostergut Scheyern an das GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit. Die GSF hat einen Pachtvertrag mit dem Kloster abgeschlossen, so dass die Bewirtschaftung der Felder und die wissenschaftlichen Arbeiten für die nächsten Jahre weitergehen können. (vgl. Bericht über die Zielsetzung)

 

Oktober 2005

 

 

01.10.: Kunst im Gut

 

Vom 01. bis 03. Oktober konnten die Besucher im Prielhof wieder viele Künstler mit ihren Werken, so manche auch bei der Arbeit erleben. Leider war das Wetter diesmal nicht günstig, so dass am zweiten Tag keine Ausstellungen im Garten möglich waren. Neu bei "Kunst im Gut" ist der Skulpturenpark "Kunst- Blicke", zunächst im Obstgarten vor dem Prielhof, später dann auch am Fußweg durch den Weinberg.

 

02.10.: Oratorium "Elias"

 

Mit der Aufführung des Oratorium "Elias" von Felix Mendelssohn- Bartholdy hatte sich der Scheyrer Basilikachor unter der Leitung von Karl-Heinz Söndermann eine gewaltige Aufgabe zugemutet, sie aber auch großartig gemeistert. Nach einer ausführlichen Einführung in Inhalt und Werk des Oratoriums durch Prof. Dr. Theo Seidl wurde das Oratorium in der Basilika aufgeführt. Zahlreicher Besuch und großer Applaus belohnten die außergewöhnliche Leistung.

Zur Einstimmung und Vertiefung des Werkes präsentierten im Kreuzgang Ulrike Kassebohm und Sabine Bruns einen Bilderzyklus, der die Texte des "Elia" und das Schicksal des Propheten in farbkräftigen Bildern aus Filz und ungesponnener Wolle meditativ zum Ausdruck brachte.

 

15.10.: Treffen der Altscheyrer und des Freundeskreises

 

Jeweils am dritten Samstag im Oktober trifft sich in Scheyern die Gemeinschaft der Altscheyrer. Anlässlich des 70. Geburtstages von Abt Engelbert Baumeister wurde diesmal auch der Freundeskreis der Abtei dazu eingeladen. Das Treffen begann mit einer feierlichen Vesper, für die Prof. Dr. Karl Gertis ein Magnificat für Orgel, Bläser und Alt-Solo komponiert hatte. Vor der Klosterpforte bedankte sich anschließend Abt Engelbert bei den zahlreichen Gästen und erläuterte die gelungene Renovierung des Pfortentraktes, zu der viele Altscheyrer und Freunde beigetragen hatten. Im Schenksaal traf man sich dann zu freundschaftlichem Gedankenaustausch und Gratulation. Die Klostergemeinschaft überraschte Abt Engelbert mit einem ihm gewidmeten Kalender für das Jahr 2006. Es war ein fröhliches Fest mit viel Lebendigkeit und Spontaneität.

 

16.10.: Feier des 70. Geburtstags von Abt Engelbert

 

Den Festgottesdienst gestaltete der Scheyrer Familienkreis mit einer rhythmischen Messe, die unser Gemeindereferent Johannes Seibold komponiert hatte. Die Predigt hielt der Münchner Domdekan Dr. Lorenz Wolf, der selbst aus der Scheyrer Pfarrei stammt und vor einem Monat seinen 50. Geburtstag feiern konnte. Nach dem Gottesdienst waren alle zu einem Umtrunk im Klosterhof eingeladen, die Scheyrer Blaskapelle spielte auf, und Abt Engelbert durfte viele gute Wünsche zu seinem Geburtstag entgegennehmen.

 

24.10.: Fr. Matthäus beim ökumenischen Umweltforum

 

In der Benediktinerabtei Niederaltaich trafen sich Mitglieder aus katholischen und evangelischen Gemeinschaften zum ökumenischen Umweltforum. Es stand dieses Jahr unter dem Thema: "Im Einklang mit der Schöpfung - Verantwortung für die eine Welt". (vgl. eigenen Bericht von Fr. Matthäus)

 

28.10.: Ämtererneuerung im Kloster

 

Nach jedem Generalkapitel der Bayerischen Benediktinerkongregation (heuer vom 05.-08.Sept.) werden in unseren Klöstern die verschiedenen Ämter vom Abt bestätigt bzw. neu besetzt. Der Abt holt vorher im Konvent Vorschläge für die Besetzung der wichtigsten ein. In ihrem Amt bestätigt wurden P. Prior Benedikt, Fr. Subprior Kilian und Zellerar P. Lukas.   Zum Rat der Senioren gewählt wurden P. Andreas und P. Markus.

Unser besonderer Dank gilt P. Dominikus Brielmair, der seit 50 Jahren seit 1958 die Hauptverantwortung getragen hat und nach Kräften auch künftig in der Klosterverwaltung mitarbeiten wird.

 

30.10.: Erlebnisse und Eindrücke aus Indien

 

Mit eindrucksvollen Dias zeigte unser ehemaliger BOS-Schüler Bernhard Plöckl (BOS 2002/04), was er bei seinem Auslands-Zivildienst in Indien erlebt hatte. Schon im letzten Scheyrer Turm (Nr.61, S. 165) hatte er von seinem Aufenthalt in einer Einrichtung der Salesianer Don Boscos berichtet. Wir spürten, wie ihm die Kinder, die er betreut hatte, ans Herz gewachsen sind, und wie sich aus seinen Erfahrungen die Maßstäbe für den Lebensstil und hiesige Ansprüche relativiert haben.

 

November 2005

 

06.11.: Leonhardifest in Inchenhofen

 

Inchenhofen bei Aichach gehörte in der Barockzeit Jahrhunderten zu den vier meistbesuchten Wallfahrtsorten im Abendland. Auch heute noch ist das Fest des hl. Leonhard, des Kirchenpatrons, für die Pfarrei und das Umland der herausragendste Tag des ganzen Jahres. Abt Engelbert war eingeladen, den Gottesdienst mit Predigt zu halten und danach vom Pferd aus mit dem Reliquienkreuz Pferd und Reiter den Segen zu erteilen. Der Umzug hat seinen religiösen Charakter bewahrt und ist nicht zu Folklore oder zurTouristenattraktion geworden. Neben den etwa 200 Reitern und prächtig geschmückten Kutschen und Festwagen waren auf 14 Wagen Szenen aus dem Leben des hl. Leonhard in lebenden Bildern dargestellt.

 

14.11.: Die Heizung "läuft"

 

Ab heute starten mehrtägige Probeläufe unserer neuen Hackschnitzelheizung. Der Ofen mit den Schamottesteinen muss erstmals die Leistung erbringen, den Dampf den Weinberg hinauf zum Kloster zu befördern. Durch die günstige Witterung der letzten Wochen hatte der Zeitplan einigermaßen eingehalten werden können, bevor nun kältere Tage die volle Heizkraft erfordern. Die alte Ölheizung im Klosterbereich bleibt für Notfälle betriebsbereit, aber die nun in einem großen Heizungsring zusammengeschlossenen Gebäude vermag sie allein nicht mit ausreichend Wärme zu versorgen.

 

18.11.: Ein Kreuz für das 21. Jahrhundert

 

Anlässlich der Freisinger Ausstellung "Kreuz und Kruzifix - Zeichen und Bild" war für Künstler ein Wettbewerb zur Gestaltung eines Kreuzes ausgeschrieben worden. 50 Kreuze sind eingereicht worden, u. a. für eine Kirche, eine Wohnküche, für ein Klassen- und ein Patientenzimmer. Bei der Ausstellung selbst hatte unsere Scheyrer Hl.-Kreuz-Monstranz zu den kostbarsten Objekten und Kreuzzeichen gehört. Die Ergebnisse des Wettbewerbs wurden heute präsentiert. Prof. Dr. Ludwig Mödl und Museumsdirektor Dr. Peter Steiner würdigten und interpretierten die Arbeiten.. Die Botschaft vom Kreuz, von dem das Heil ausgeht, ist uns ja in Scheyern besonders aufgetragen.

 

Ausblick:

Von Advent zum Advent versucht unsere Chronik, die Ereignisse in und um Scheyern ein wenig festzuhalten. Der rechtzeitige Redaktionsschluss lässt manches nur ankündigen:

 

Konzert zum 1. Advent am 27.11.2005, um 15.00 und 17.30 Uhr.

Silvesterkonzert am 31.12.2005, um 20.30 Uhr.