„Ich bin drin“

Warum geht jemand ins Kloster? Was steckt hinter den Mauern? Was macht ein Benediktiner den ganzen Tag? Diese Fragen haben wir uns, 26 junge Menschen, auch gestellt und machten uns daher am 30./31. Januar 2004 auf den Weg ins Kloster Scheyern zu den "Schnuppertagen".

Ohne zu wissen was uns dort erwartet, trafen wir am Freitag gegen 16.00 Uhr an der Klosterpforte ein und wurden dort von Pater Benedikt mit Handschlag begrüßt.
Frisch gestärkt nach Kaffee, Tee und Kuchen führte uns Pater Andreas in das Psalmengebet ein. Dank diesem Crashkurs konnten wir aktiv an der Vesper in der Johanneskirche teilnehmen.
In der Zwischenzeit wurde von den "3 Engelchen für die Benediktiner" das üppige Abendmahl (= Salat, vegetarische Pizza, Früchtecocktail) vorbereitet und wir brauchten uns nur an die gedeckte Tafel zu setzen.
Fünf auserwählte männliche Teilnehmer durften mit den Mönchen im Refektorium (= Tempel des Essens) speisen. Dabei las ein Mitbruder aus dem Leben des Johannes Paul II vor, da es den Mönchen untersagt ist während des Essens zu sprechen. Zwei weitere Mönche übernahmen das Servieren.
Gemeinsam mit den Mönchen schlossen wir den ereignisreichen Tag mit der Komplet (= Nachtgebet) ab. Hinterher genossen wir Kinoatmosphäre im klostereigenen Cinema. Bei dieser beeindruckenden Tonbildschau wurde uns der geschichtliche Hintergrund des Klosters Scheyern nahe gebracht. Den restlichen Abend ließen wir bei einer offenen Runde mit Klosterbier ausklingen wobei uns Pater Benedikt, Pater Andreas, Pater Lukas, Pater Markus und Frater Martin Gesellschaft leisteten, nach der Benediktinerregel "Open End aber nicht endlos". Die Mönche standen unseren Fragen geduldig Rede und Antwort, jedoch wollten sie sich nicht zur Bilanzsumme des Klosters äußern.

Einige von uns nahmen am Samstagmorgen um 6.45 Uhr die Möglichkeit wahr, ihren Tag mit der Teilnahme an einer Laudes (= Morgengebet) zu beginnen.
Die meisten jedoch trafen erst pünktlich um 8.00 Uhr zum gemeinsamen und reichhaltigen Frühstück ein. Anschließend wurden wir von Pater Benedikt in die Methoden der Meditation eingeführt und er zeigte uns, wie wir die Hl. Schrift vertiefend lesen können.
Daraufhin begaben wir uns in die Elisabethenkapelle und setzten das frisch Erlernte beim Meditieren in die Tat um, wobei der Satz "Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes" als Inspiration diente.
Nach einer kurzen Erfrischungspause wurde es dann richtig interessant, indem wir in den drei Kurzreferaten über "Wüste", "Mönche" und "Kultur" mehr über die Entstehung des Benediktinerordens erfuhren. In einer anschließenden Gesprächsrunde erläuterten uns die Referenten ihren persönlichen Lebensweg aus einem ganz "normalen" Berufsalltag ins Kloster. Vor dem Mittagessen beschäftigten wir uns noch mit der Frage "Was wäre wenn es das Kloster Scheyern nicht geben würde?" Dabei wurde uns bewusst, dass das Kloster Scheyern ein wichtiges Kulturgut in Bayern und für viele zu einem 2. Zuhause geworden ist.

Nach noch nicht verdautem Frühstück, konnte sich unser "glücklicher" Magen auf ein reichhaltiges Mittagessen mit Lauchsuppe, Currywurst, Pommes, Kartoffeln, Salat und frischem Klosterobst als Nachtisch freuen. Unser anschließender Verdauungsspaziergang führte uns durch und um das Kloster. Wir erfuhren viele geschichtliche Hintergründe und durften in das Schatzkästchen des Klosters schauen, die Bibliothek. Darin befinden sich u. a. Bücher, die schon älter als 500 Jahre alt sind. Ein paar besondere Exemplare wurden für uns extra aus den Archiven geholt, in denen wir begeistert aber dennoch vorsichtig gestöbert haben. Weitere Stationen waren die beeindruckende Sakristei sowie eine Mönchszelle. Nachdem wir den Rundgang beendet hatten, fanden wir uns zum letzten Mal zu Kaffee und Kuchen ein, um die gemeinsamen Tage Revue passieren zu lassen. Am Ende trugen wir uns noch in das Gästebuch des Klosters ein und verließen dieses voller positiver Eindrücke.

Zuletzt möchten wir uns noch bei einigen Personen bedanken. Vielen Dank an Frater Martin für das hervorragende Catering, das Konvent und besonders an Pater Andreas, Pater Benedikt und Pater Lukas für die perfekte Organisation der Schnuppertage und für die Zeit, die sich alle für uns genommen haben.

In diesem Sinne: Auf ins Kloster!!!


(written by Christopher Bauer, Christine Krammer, Brigitte Toni, Ingrid Meyr, Erika Lackermeier, Regina Mayer, Judith Kürzinger, Regina Wittmann, Katharina Schwing, Tanja Köhler)