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Wappen von Papst Benedikt schmückt
Portal der Basilika

Enthüllung durch Abt Engelbert bei Freundeskreis-Treffen

Nach einem Festgottesdienst im Rahmen des Treffens des Freundeskreises der Benediktinerabtei Scheyern enthüllte Abt Engelbert Baumeister das Wappen des neuen Papstes Benedikt XVI., das nun über dem Hauptportal der Basilika Scheyern das bisherige Wappen von Papst Johannes Paul II. ersetzt. Es wurde vom Künstler Rudolf Kurz nach dem Entwurf von Papst Benedikt in Bronze gefertigt. Das Wappen zeigt unter der Mitra, dem Zeichen des Bischofs von Rom (ein Amt, das jeder Papst innehat), und den beiden Schlüsseln, die die von Jesus an Petrus übertragene oberste Gewalt in der Kirche symbolisieren, auf dem Wappenschild den gekrönten Freisinger Mohren, den Bären des heiligen Korbinian und eine Muschel.

Papst Benedikt erklärte früher bereits sein Wappen selbst folgendermaßen:
„Der gekrönte Mohr ist für mich ein Ausdruck der Universalität der Kirche, die keinen Unterschied der Rassen und der Klassen kennt, weil wir alle eins sind in Christus." "Die Muschel", so Papst Benedikt weiter, sei „zunächst einfach Zeichen unserer Pilgerschaft, unseres Unterwegsseins." Sie habe ihn aber auch an eine Legende von Augustinus erinnert, der ein Kind sah, das das Wasser des Meeres mit einer Muschel in eine kleine Grube zu schöpfen versuchte. Da habe er erkannt: „So wenig diese Grube die Wasser des Meeres fassen kann, so wenig kann dein Verstand das Geheimnis Gottes umgreifen."

Der Bär geht auf eine Legende des Freisinger Gründerbischofs Korbinian zurück. Als ein Bär sein Pferd auf einer Reise nach Rom zerfleischt hatte, packte ihm Korbinian die Last des Pferdes auf und ließ sie ihn bis Rom tragen. Auch hier zitiert Papst Benedikt wieder aus dem Leben des Augustinus: „Er hatte das Leben eines Gelehrten gewählt und war von Gott zum Zugtier bestimmt worden –zum braven Ochsen-, der den Karren Gottes in dieser Welt zieht."
Wie gut passt das auch zur Lebensgeschichte von Papst Benedikt XVI., der als Gelehrter, als Professor an verschiedenen Universitäten, begann, zum Bischof wurde, als Präfekt der Glaubenskongregation nach Rom kam, in ein Amt, das er fast 24 Jahre lang ausübte, dann in einem sehr kurzen Konklave zum Papst gewählt wurde und nun die Last der Verantwortung für die ganze katholische Kirche zu tragen hat.

Am 9.März 1980 war Joseph Kardinal Ratzinger in Scheyern, als die Kloster- und Pfarrkirche zur Päpstlichen Basilika erhoben wurde. Sein Papstwappen ziert nun das Portal dieser Kirche und ist eine Ehre für Scheyern, wo er insgesamt 23 Mal zu Besuch war, um Ruhe zu finden. Bei der Audienz nach seiner Wahl zum Papst sagte er zu Abt Engelbert: „Ich wäre ja gerne wieder zu Euch nach Scheyern gekommen, aber jetzt wird es wohl leider nicht mehr gehen."

Bericht von Erich Gruber, Pfaffenhofener Kurier 24.04.2006