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Die Geschichte des Heiligen Kreuzes

In einem päpstlichen Schreiben vom 18. Juni 1362 findet sich für Scheyern die Bezeichnung "Kloster zum Heiligen Kreuz". Die Ursprünge des Heiligen Kreuzes gehen aber noch viel weiter zurück.

Zu Beginn des 4. Jahrhunderts ließ Kaiserin Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, auf dem Berg Golgotha. in Jerusalem nach dem Kreuz Christi suchen. Der Überlieferung nach fand man drei Kreuze. Das wahre Kreuz Christi erkannte man, als man damit einen Schwerkranken berührte der auf wunderbare Weise sogleich gesund wurde. Kaiser Konstantin ließ an diesem Ort die große Grabeskirche errichten, welche am 13 September 335 eingeweiht wurde. Tags darauf stellte man das Kreuz feierlich zur Verehrung auf.

Seit 1180 birgt Scheyern eine ansehnliche Reliquie des Hl. Kreuzes. Der Kanoniker Patriarch Fulcherius von Jerusalem (1146-1157) hatte einen Kanoniker namens Konrad mit einem Kreuzpartikel nach Europa gesandt, um Almosen zur Erhaltung der heiligen Stätten zu sammeln. Die Dachauer Grafen brachten die Reliquie 1156 in ihren Besitz und hielten sie verborgen. Mit dem Leichnam des letzten ihres Geschlechtes, Konrad III., kam das Hl. Kreuz nach Scheyern, wo es seither als kostbarer Schatz verehrt wird.

Das Hl. Kreuz von Scheyern hat, wie alle Byzantinischen Kreuze, einen doppelten Querbalken. Der obere Balken stellt die Kreuzesinschrift dar, denn bei der Verehrung des Hl. Kreuzes in Jerusalem wurde auch die Inschrift gezeigt und an das Kreuz geheftet.

Der Kanoniker Konrad trug ein byzantinisches Reliquiar aus dem 12. Jahrhundert, das heute noch im Klosterarchiv aufbewahrt wird. Abt Johannes Turbeit (1505-1525) ließ on den Landshuter Goldschmieden Bernhard und Leonhard Burger eine gotische Kreuzmonstranz anfertigen. Sie wurde 1738 durch die prunkvolle Rokokomonstranz ersetzt, die Augsburger Meister Johann Georg Herkommer schuf. Reich mit Schmucksteinen besetzt, zeigt sie auf kostbaren Emaille-Malereien die Kreuzsymbolik im Alten und Neuen Testament.

Ausführlicher beschrieben unter: Das Scheyrer Kreuz von Dr. P. Laurentius Hanser O.S.B.