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Der Klosterforst Scheyern

Von Dipl. Forst-Ing. (FH) Reiner Behringer

Der Forstbetrieb der Benediktinerabtei Scheyern umfasst eine Gesamtfläche von 435 ha und erstreckt sich über zwei Walddistrikte in einem Umkreis von etwa 1,5 km um das Kloster. Am 15. Dezember 2005 wurde die Benediktinerabtei mit dem „Bayerischen Staatspreis 2005 für vorbildliche Waldbewirtschaftung“ ausgezeichnet. Als Gründe für die Verleihung des Staatspreises wurde ausdrücklich der Umbau vom Fichtenbetrieb in einen naturnahen Betrieb, die Belassung und Kennzeichnung von Hohlbäumen sowie ein wirksames Jagdkonzept, das die Verjüngung des Waldes ermöglicht, genannt.

Die Urkunde, samt Medaille und Abzeichen konnten Cellerar P. Lukas und Klosterförster Reiner Behringer im Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forst aus den Händen von Minister Josef Miller entgegennehmen. Wohl wissend, dass vor allem den Vorgängern in ihrem Amt diese Auszeichnung gebührt. So sollen hier besonders P. Dominikus Brielmeir, dem die Entwicklung im Klosterwald stets ein großes Anliegen war, und Klosterförster a. D. Jakob Wilm, der bewundernswert vorausschauend gehandelt hat, neben den zahlreichen forstlichen Beratern (derzeit Forstpräsident a. D. Dr. Robert Holzapfel) gewürdigt werden. Ihnen und allen, die sich in vorbildlicher Weise in den letzten Jahrhunderten um den Klosterforst gesorgt haben, sei der folgende Artikel gewidmet.

Vorstellung des Klosterforstbetriebes

Die weitgehend arrondierten Waldflächen sind durch einige kleinere Privatwaldparzellen durchsetzt. Eine solch konzentrierte Waldflächenverteilung ermöglicht uns aufgrund der geringen Entfernungen und der guten Überschaubarkeit eine sehr differenzierte waldbauliche Behandlung unserer Bestände. Die gesamte Forstbetriebsfläche ist außerdem gut mit LKW-befahrbaren Forststraßen erschlossen. Mit diesen äußerst günstigen räumlichen Voraussetzungen kann bereits bei der Holzgewinnung das  Konzept „Holz der kurzen Wege“ verwirklicht werden:

Zum einen müssen die einzelnen Holzsortimente nicht aus weit voneinander entfernten Waldparzellen zusammengefahren werden. Zum anderen können die Entfernungen zwischen dem Fällungsort des Einzelstammes im Bestand und dem endgültigen Lagerplatz an der Forststraße für den anschließenden Holzverkauf erfreulich kurz gehalten werden. Dadurch sinkt gegenüber Forstbetrieben mit stärker zersplitterter Besitzstruktur der erforderliche Arbeitszeit- und Energieaufwand pro vermarktetem Festmeter Rundholz. Dementsprechend kann das Rundholz schon aufgrund der günstigen Besitzstruktur mit vergleichsweise niedrigen Aufarbeitungs- und Bringungskosten gewonnen werden. Dieser Aspekt der kurzen Bringungswege sollte im Jahr 2005 auch ein wesentliches Argument werden, auf sehr wirtschaftliche Art und Weise Hackschnitzel aus bisher unverkäuflichen Resthölzern zu gewinnen!

Neben den beschriebenen räumlichen Gegebenheiten sind auch die natürlichen Voraussetzungen für die forstliche Nutzung des Klosterwaldes sehr günstig. Die Böden des Oberbayerischen Tertiärhügellandes sind aufgrund ihres in der Regel hohen Nährstoffgehaltes und ihres guten Wasserspeichervermögens ausgesprochen ertragreich. Vor allem die Fichte zeigt auf diesen Standorten zumeist sehr hohe Wuchsleistung. Dementsprechend wurde bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts hinein der Anteil der Fichte bei der Bestandsbegründung kontinuierlich erhöht. Die Fichte wurde so mehr und mehr zum „Brotbaum“ des Klosterforstbetriebes. Da sich aber Fichtenreinbestände als anfällig gegenüber Windwürfen, Schneebruch und Insektenkalamitäten erwiesen haben, ist man seit den 1970er Jahren wieder verstärkt zur Begründung und Entwicklung stabilerer Mischbestände übergegangen.

Besonders intensiv wurde hierbei der Buchen-Voranbau in Fichtenreinbeständen betrieben. Dabei wurden Buchen gruppenweise  unter dem Schirm älterer Fichtenreinbestände gepflanzt. Aufgrund ihrer hohen Schattentoleranz können sich die jungen Buchenpflanzen sehr gut im Schatten der alten Fichten entwickeln. Sie erhalten so den erforderlichen Wuchsvorsprung vor der sonst in ihrer Konkurrenzkraft übermächtigen Fichte, die sich dann erst einige Jahre später bei stärkerer Auflockerung des Altholzschirmes auf natürlichem Wege verjüngt. In nahezu allen Fichtenbeständen wurden in den letzten Jahrzehnten solche Buchenvorbaugruppen begründet. Der zur Stabilisierung dringend erforderliche Laubholzanteil der künftigen Waldgeneration ist somit bereits heute gesichert.

Außerdem wurden auf  Freiflächen, die z.B. durch Windwurf , Schneedruck oder Insektenkalamitäten entstanden sind, je nach Standorteignung weitere Mischbaumarten wie z.B. Eiche, Bergahorn, Esche, Douglasie oder Lärche gepflanzt. Durch ein effektives Bejagungssystem im Bereich des Klosterwaldes konnten die Wildbestände in den letzten Jahren so angepasst werden, dass auf eine Zäunung solcher Kulturflächen weitgehend verzichtet werden kann.

Nach drei Jahrzehnten gezielter Einbringung und Förderung von Mischbaumarten konnten sich bis heute über die gesamte Fläche des Klosterwaldes strukturreiche, gemischte und damit stabilere Waldbilder entwickeln. So sind heute neben der weiterhin dominierenden Fichte (74,2%) die Tanne (2,5%), Douglasie (1,9%), Kiefer (2,5%), Lärche (1,8%), Buche (9,2%), Eiche (2,2%), Esche (1,8%) und sonstiges Laubholz mit 3,9% an der Gesamtbestockung des Klosterwaldes beteiligt. Für diese langjährige und erfolgreiche naturnahe Waldwirtschaft wurde die Benediktinerabtei Scheyern im Dezember 2005 mit dem Bayerischen Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung ausgezeichnet.

Holzvermarktungssituation

Nicht nur bei der Rundholzgewinnung verfolgt der Klosterforstbetrieb das Konzept „Holz der kurzen Wege“. Auch beim Holzverkauf wird ganz bewusst der größte Teil des verkauften Rundholzes in der Region vermarktet. Etwa 75% des im Klosterforst geernteten Stammholzes werden in holzverarbeitenden Betrieben in einem Umkreis von ca. 40km eingeschnitten.

Neben den üblichen Massensortimenten wie Bau- und Profilzerspanerholz werden auch gezielt Spezialsortimente für kleinere und mittlere Sägewerke ausgehalten. Durch den hierfür notwendigen engen Kundenkontakt können bereits im Wald Sondersortimente nach Maß- und Qualitätsvorgaben unserer Holzkunden auch kurzfristig ausgehalten werden. Diese Spezialaushaltungen stellen zum einen ein wirtschaftlich sehr interessantes Nischenprodukt dar und führen durch bewährte Liefersicherheit zu verstärkter Kundenbindung an unseren Betrieb.

Darüber hinaus lässt sich bei unseren Großkunden gerade in den letzten Monaten mehr und mehr die Tendenz erkennen, aufgrund steigender Treibstoffpreise wieder verstärkt Rundholz aus dem engeren Umkreis um das jeweilige Sägewerk anzukaufen. Die Entwicklung der letzten Jahre, dass gerade Rundholz mittlerer oder sogar geringer Qualität oft über mehrere 100 km zu den Werken zu transportieren war, scheint sich in neuester Zeit wieder umzukehren.

Forstschutzsituation

Wie bereits bei der Kurzvorstellung des Klosterforstbetriebes erwähnt, sind die Waldbestände des Klosters weiterhin stark fichtendominiert. Grundsätzlich sind Reinbestände sehr viel anfälliger gegenüber störenden Außeneinflüssen als gemischte und strukturreiche Waldbestände. Deshalb wurde, wie bereits beschrieben, seit Jahrzehnten mit großem Aufwand die Einbringung von Mischbaumarten in die jungen Waldbestände betrieben.

Bei den höchsten Altersklassen unserer Bäume wird jedoch die Fichte noch lange die beherrschende Baumart bleiben. Gerade diese Fichten der höchsten Alterstufen haben unter dem extremen Trockenjahr 2003 besonders stark gelitten. Dies führte bereits 2003 dazu, dass die Ernte absterbender Fichten bereits einen großen Teil unseres Gesamteinschlages einnahm. Aber leider setzte sich auch in den Folgejahren 2004 und 2005 diese Absterbetendenz fort.

Primäre Ursache für den schlechten Gesundheitszustand der Fichten war der extreme Wasserstress, dem die Fichten 2003 über Monate hinweg ausgesetzt waren. Dieser führte gerade auf unseren sehr feinlehmigen Böden zu Rissbildungen im Bodengefüge und in der Folge zu Zerreißungen der Feinwurzeln unserer Fichten. Dadurch wurde die Wasserversorgung der Fichten nachhaltig gestört und die Bäume in ihrer Konstitution stark geschwächt. Diese bereits vorgeschädigten Fichten können über Jahre hinweg einem Angriff durch sogenannte Sekundärschädlinge nur noch wenig entgegensetzen.

In den Jahren 2004 und 2005 schließlich traten die beiden Borkenkäferarten „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“ als solche Sekundärschädlinge auf. Diese Käferarten sind auch im gesunden Wald mit einem „eisernen Bestand“ vertreten. Im Falle einer massiven Vorschädigung von Fichtenbeständen sind sie jedoch zur Massenvermehrung fähig. Sie können im Kalamitätsfall zum großflächigen Absterben von Fichtenbeständen führen. Finden sie genügend brutfähiges Material, d.h. noch nicht zu stark abgetrocknetes Fichtenholz im Wald vor, können beide Arten innerhalb eines Jahres drei Käfergenerationen hervorbringen. Dem daraus resultierenden Massenbefall können im Kalamitätsfall auch gesunde Fichten nicht mehr widerstehen.

Die forstbetriebliche Situation seit 2003

Mit dem Beginn der Vegetationsperiode lag unser Haupttätigkeitsfeld im Bereich der Käferholzaufarbeitung. Das Ziel bestand darin, vom Borkenkäfer befallene Fichten möglichst schnell als solche zu erkennen und aus dem Wald zu schaffen, bevor sich die unter der Fichtenrinde lebende Brut fertig entwickeln konnte und anschließend benachbarte Fichten neu befallen konnte. Schwachpunkt in der Aufarbeitungskette war dabei regelmäßig die zu langsame Aufarbeitung der anfallenden Fichtenkronen durch Brennholzselbstwerber. Eine andere wirtschaftlich sinnvolle und v.a. hinreichend schnelle Aufarbeitung der Fichtenkronen war bis Ende 2004 nicht gegeben.

Die Lösung unseres Problems lag also auf der Hand, wir erweiterten unser bisheriges Betriebskonzept um einen weiteren Aspekt: „Holz als Energieträger der kurzen Wege“! Das Kloster entschied sich Anfang 2005 dafür, eine eigene Hackschnitzelheizung zu bauen.

Bereitstellung der Waldhackschnitzel

Damit ist der Klosterforstbetrieb seit letztem Jahr in der Lage, das beschriebene Borkenkäferproblem in Eigenregie anzugehen, indem wir das Häckseln der sonst unverwertbaren Fichtengipfel und die Abfuhr der Hackschnitzel selbst organisieren. Auch hier wirken sich die kompakte Waldflächengliederung und die gute Erschließung mit Forststraßen äußerst positiv auf die Gewinnungskosten unseres neuen Produktes „Waldhackschnitzel“  aus:

Etwa 80% unseres Jahreseinschlages wird seit Jahren mit einem Vollernter aufgearbeitet. Dieser bewegt sich auf einem festgelegten Rückegassensystem durch die Bestände, so dass sich die Befahrung unserer Waldböden auf fest definierte Bringungslinien beschränkt. Dieser sogenannte Harvester greift mit einem Kran bis zu 10 m links und rechts der Rückegasse die vorher vom Förster ausgezeichneten Erntebäume, führt mit einer im Aufarbeitungsaggregat  integrierten Säge den Fällschnitt durch und zieht den gefällten Stamm zur Rückegasse. Dort wird der gesamte Stamm mittels Walzen durch dieses Aggregat hindurchgezogen. Dabei wird der Stamm durch Entastungsmesser zum einen entastet und gleichzeitig über die Messelektronik vermessen.

Über die Bordelektronik wird dann dem Fahrer die optimale Sortimentseinteilung des Stammes angezeigt. So kann dieser im letzten Aufarbeitungschritt die entsprechenden Trennschnitte durchführen. Unsere verkaufsfertigen Rundholzsortimente, aber auch die übrig bleibenden Fichtengipfel, liegen also nach einem einzigen Fällungs-, Rückungs- und Aufarbeitungsarbeitsgang bereits vorkonzentriert an der Rückegasse. Im abschließenden Arbeitsgang werden dann die Rundholzsortimente durch einen Rückezug von der Rückegasse zum Holzlagerplatz an der LKW- fahrbaren Forststraße gebracht und dort sortiments- und kundenweise sortiert abgelagert. Das bedeutet, mit zwei Arbeitsgängen liegt das Rundholz verkaufsfertig an der Forststraße.

Dieses Aufarbeitungssystem mussten wir jetzt lediglich um den Arbeitsgang „Rücken der Fichtengipfel“ erweitern. Das bedeutet:  Nach der Rückung des Rundholzes schafft der Rückezug die verbliebenen Fichtengipfel ebenfalls an die befestigte Forststraße und legt diese an wenigen Lagerplätzen bereits vorkonzentriert ab.

Im Sommerhalbjahr 2005 erfolgte dann etwa alle 14 Tage ein Großhäckslereinsatz. Dabei werden die auf Poltern vorkonzentrierten Fichtengipfel mit einen mobilen Großhacker durch einen Unternehmer gehäckselt. Die Hackschnitzel werden von diesem gleich in einen Wechselcontainer ausgeworfen.

Dank der kurzen Fahrstrecke von maximal 1,5 km vom Lagerplatz im Wald zur Hackschnitzelheizung fallen während des Häckslereinsatzes weder für den Häcksler noch für den LKW, der Hackschnitzel abtransportiert, kaum Standzeiten an. In der Zeit, in der ein Container im Wald befüllt wird, kann der bereits gefüllte zweite Container per LKW zur Hackschnitzelheizung transportiert, entladen und wieder zum Einsatzort des Häckslers zurücktransportiert werden. Auf diese Art und Weise konnte bereits 2005 der Abtransport sowohl des borkenkäferbefallenen Rundholzes, als auch der Gipfel, innerhalb von zwei bis drei Wochen nach dem Erkennen des Befalles gewährleistet werden! Gegenüber den Vorjahren konnten so die Schadflächen durch Borkenkäferbefall deutlich reduziert werden!

Erfahrungen mit der Lagerung

Glücklicherweise konnte die Hackschnitzelheizung im Bereich des Klostergutes Prielhof integriert werden. Dieses liegt unmittelbar vor dem Hauptdistrikt des Forstbetriebes, bietet aufgrund seines großen Umgriffes gute Rangiermöglichkeiten und erlaubt die Einlagerung des gesamten Jahresbedarfes an Hackschnitzeln bereits im Sommerhalbjahr. Dies ist ein gerade für den Forstbetrieb  entscheidender Vorteil!

Viele Hackschnitzelheizkraftwerke sind in ihrer Lagerkapazität stark eingeschränkt. Sie sind deshalb oft gezwungen, den Wald als „Zwischenlager“ zu nutzen, indem sie die vorkonzentrierten Gipfel oft wochen- und monatelang liegen lassen und erst bei Bedarf häckseln und abtransportieren. Dann kann sich ein großer Teil der Borkenkäferbrut in diesen Gipfeln noch fertig entwickeln, als Jungkäfer ausfliegen und neue Fichten in der Umgebung befallen! Durch unsere große Lagerkapazität können wir dagegen ganzjährig und kurzfristig das bruttaugliche Material aus dem Wald abtransportieren!

Schätzungsweise 4.500 Schüttraummeter Hackschnitzel können in unmittelbarer Nähe zum Kesselhaus der neuen Hackschnitzelheizung eingelagert werden! Davon werden ca. 60% unter Dach in einer ehemaligen landwirtschaftlichen Lagerhalle und der Rest im Freien in ehemaligen Fahrsilos gelagert. Für den Heizbetrieb selbst gewährleistet die direkte Nähe zwischen Hackschnitzellager und Kesselhaus kürzeste Fahrtstrecken bei der Beschickung mit Brennmaterial.

Aber auch für den Betrieb der Hackschnitzelheizung selbst stellt die hohe Lagerkapazität einen erheblichen Vorteil dar, indem die Brennstoffversorgung während der Heizperiode gesichert ist. Dies machte sich bereits im Winter 2005 bezahlt, in dem wir aufgrund ständiger Schnee- und Eislage auf unseren Forststraßen viele Wochen keinen Häckslereinsatz durchführen konnten.

Nachdem die ersten Hackschnitzel im Frühjahr 2005 mit einem landwirtschaftlichen Schlepper in besagte Fahrsilos eingelagert wurden, stellte sich innerhalb weniger Tage ein Silageeffekt ein. Das Hackgut erhitzte sich innerhalb von Stunden auf 60-70°C. Bei einer Schütthöhe von über 3,5m wäre mit Selbstentzündungseffekten zu rechnen gewesen. Selbst diese geringe Schütthöhe war nur mit der Befahrung des untersten Materials gewährleistet. Diese zusätzliche Verdichtung des Hackschnitzelmaterials schien der wesentliche Faktor für die sich einstellenden Silageeffekte zu sein. Der Brennwertverlust des Materials aufgrund dieser Abbauprozesse wäre bei monatelanger Lagerung beträchtlich geworden.

Deshalb gingen wir sehr schnell zur Einlagerung der Hackschnitzel mittels eines Teleskopladers über. Der entscheidende Vorteil hierbei ist die sehr lockere Schüttung der Hackschnitzel. Dadurch wird auch bei deutlich höheren Schütthöhen eine Durchlüftung der Hackschnitzelhaufen gewährleistet. Eine Befahrung des Hackgutes erfolgt nun überhaupt nicht mehr. Der Temperaturanstieg infolge von Silageeffekten ist sehr viel geringer als beim stark verdichteten Material, das anfangs mit dem landwirtschaftlichen Schlepper eingelagert worden ist.

Darüber hinaus können mit dem derzeit eingesetzten Teleskoplader Schütthöhen von sieben bis acht Metern erreicht werden. Dadurch kann auf der zur Verfügung stehenden Lagerfläche sehr viel mehr Häckselgut eingelagert werden. Ein weiterer positiver Effekt stellt sich bei der Lagerung im Freien ein. Bei Höherer Schütthöhe sinkt der Anteil feuchterer Hackschnitzel deutlich, da erfahrungsgemäß auch nach längeren Niederschlagsperioden nur die äußersten ein bis zwei Meter Hackschnitzel im Haufen durchfeuchtet werden. Die Bereiche darunter bleiben dagegen weitestgehend trocken!

Weiteres Vorgehen bei der Hackschnitzelgewinnung und -lagerung

Erwartungsgemäß entwickelte sich der Brennwert der Hackschnitzel unter Dach mit Abstand am günstigsten. Zum einen fiel kein Niederschlag auf die Hackschnitzel, zum anderen gewährleistet die an den Längsseiten offene Bauweise der Lagerhalle eine gute Durchlüftung der Hackschnitzel. Dementsprechend liegt der Brennwert der Hackschnitzel, die unter Dach gelagert wurden, aufgrund des deutlich niedrigeren Wassergehaltes erheblich höher als bei der Lagerung im Freien.

Um die Lagerfläche unter Dach noch besser ausnutzen zu können, wird zum einen über die Anschaffung eines Teleskopladers mit noch höherer Schütthöhe nachgedacht. Zum anderen werden Überlegungen angestellt, wie die Hackschnitzel in den Fahrsilos auf kostengünstige Weise vor Niederschlagswasser geschützt werden können unter Beibehaltung einer weiteren Durchlüftung des Materials.

Eine weitere Möglichkeit, um den Brennwert unserer Hackschnitzel zu steigern, besteht darin, künftig auch schwächeres, unverkäufliches Laubholz z.B. aus der Pflege unserer Mischbestände in runder Form - also ähnlich wie Brennholz - zu lagern. Dann könnte dieses Holz bei luftiger Lagerung bis zum Winter abtrocknen und würde dann erst kurz vor Beginn der Heizperiode gehäckselt. Hier wäre eine Lagerung direkt neben der Hackschnitzelhalle wirtschaftlich besonders sinnvoll, so dass ein Häckseln direkt in die Lagerhalle hinein möglich wäre. Die Einlagerung der Hackschnitzel wäre dann bereits mit dem Häckselvorgang erledigt. Mit dieser Methode könnte der Brennwertverlust durch Silageeffekte vermieden werden.

Weitere Perspektiven für den Klosterforst und seine Nebenbetriebe

Da der Klosterforstbetrieb auch die Teichwirtschaft des Kloster Scheyern mit betreibt, liegt der Gedanke nahe, die bei der Hackschnitzelverbrennung erzeugte Energie eventuell auch für die Fischzucht zu nutzen. So könnten z.B. ganzjährig Speiseforellen gezüchtet werden, wenn auch im Winterhalbjahr die entsprechenden Wassertemperaturen in den entsprechenden Zuchtbecken gewährleistet werden könnten. Das könnte also die nächste Erweiterung unseres Betriebskonzeptes bedeuten hin zum „Fisch der kurzen Wege“!