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Mittelpunkt der Verehrung der Kreuzreliquie

Die Kreuzkapelle wurde als Mittelpunkt der Verehrung der Kreuzreliquie im  Stile des Spätbarock erbaut. Auch sie wurde bei der Kirchenrenovierung 1768/1769 von den Künstlern Ignaz und Joseph Anton Finsterrwalder im Stile des frühen Rokoko umgestaltet. Typisch hierfür sind die höfisch wirkenden Spiegel, die kunstvoll in die Stuckaturen mit eingearbeitet wurden. Sie sind gleichsam Versinnbildlichung des göttlichen Glanzes.

Die Inschrift: "Absit, Gloriari Nisi in Cruce Domini Nostri Jesu" auf dem Altarbogen lässt darauf schließen, dass die Mönche bei der Erbauung der Kapelle bei so viel Prunk angesichts des Leidens Jesu, das die hier verehrte Reliquie zweifelsohne versinnbildlicht, die Fragen der zukünftigen Besucher voraus sahen und die Antwort für jeden sichtbar anbringen ließen: "Es sei fern sich zu rühmen, außer im Kreuze unseres Herrn Jesu".

Der Tabernakel birgt Scheyerns größten Schatz, eine ansehnliche Reliquie vom Kreuz Christi (in Form eines Doppelkreuzes gefasst zur Erinnerung an ihre Herkunft aus Jerusalem), die in der Kreuzzugszeit die Grafen von Dachau an sich brachten und die mit dem Leichnam des Letzten ihres Geschlechts um 1180 endgültig nach Scheyern kam. Die Echtheitsurkunde, ausgestellt von Patriarch Fulcher von Jerusalem (1146 - 1157), befindet sich im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München. Für diese Kreuzpartikel wurde um 1511 durch die Landshuter Leonhard und Bernhard Burger eine prächtige gotische Monstranz gefertigt, die 1738 eingeschmolzen und durch eine nicht minder prunkvolle von Joh. Gg. Herkommer, Augsburg, ersetzt wurde.

Der Tabernakel ist in einem Altar eingearbeitet, der noch aus der Errichtungszeit der Kapelle stammt. Dieser wurde jedoch bei Kirchenumgestaltungen 1876, 1923/24 und 1976/77 überarbeitet. Er enthält jetzt ein großes Renaissancekreuz (um 1600), umgeben von Engeln mit den Leidenswerkzeugen, den "arma" Christi. Die Barockfiguren zu Seiten des Gekreuzigten stellen die heilige Helena sowie die heilige Magdalena dar, beide Figuren stammen ursprünglich aus Ilmmünster.

In der Kreuzkapelle sind noch die ursprünglichen Fresken von 1738 erhalten, die Melchior Puncher, akademischer Maler zu Ingolstadt geschaffen hat. Sie zeigen, wie vom Kreuz Christi der Segen ausgeht. Der Segen gilt den Vertretern der Kirche (Mitte), des Ordens (links) und der ganzen Welt (rechts). Unter den weltlichen Würdenträgern sind dabei vornehmlich Persönlichkeiten des Hauses Scheyern - Wittelsbach zu erkennen, Scheyern war das Stammkloster der Wittelsbacher.

Die Wände der Kreuzkapelle zieren Tafeln eines rustikalen Kreuzwegs aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit dem österlichen Zeichen der Kreuzaufrichtung als letzter Station, zwei Votivkerzen (1867, 1963) und einige Votivbilder des 18. und 19. Jahrhundert. Den Eingang der Kreuzkapelle verschließt ein schönes Gitter, das 1977 von Forster, Freising, unter Verwendung alter Teile neu gestaltet wurde.

Nach einer Renovierung wurde die Kreuzkapelle im Jahre 2010 wiedereröffnet. Nach dem Konventamt wurde das Hl. Kreuz feierlich in die Kreuzkapelle übertragen.