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Johannes von Damaskos: Die Schriften




Neu erschienen: Band 7

Das Byzantinische Institut der Benediktinerabtei Scheyern ist Herausgeber von Band 7 der Schriften von Johannes Damaskos, bearbeitet von Robert Volk. Erschienen ist der Band im Verlag Walter de Gruyter, ISBN 978-3-11-031358-1.

Vorwort

Mit dem Kommentar zu den Briefen des Apostels Paulus liegt nun dasjenige Werk des Johannes von Damaskos in kritischer Erstausgabe vor, für das die Vorarbeiten bereits in den Anfangszeiten des Byzantinischen Instituts der Abtei Scheyern erfolgten. Noch gar nicht auf die Konsultierung von damals noch kaum beschafften Handschriftenfilmen angewiesen, verglich P. Rupert Datz 0. S. B. (1876-1965) in den 1940er Jahren den damaszenischen Text mir seiner ausgewiesenen Vorlage, dem umfangreichen Paulinen-Kommentar des Johannes Chrysostomos, und markierte die Übereinstimmungen systematisch in den Bänden 95 und 60-63 der Migne'schen Patrologla Graeca. Die Ergebnisse dieses Vergleichs erläuterte er auf zwei handgeschriebenen Blättern. Somit standen, als die Arbeit an der hier vorgelegten Edition aufgenommen wurde, nahezu 90 % der Zitate und Übernahmen aus Johannes Chrysostomos sofort zur Verfügung, der Rest wurde mittels des elektronischen Thesaurus Linguae Graecae (TLG) ermittelt.

Den chrysostomischen Kommentartext aus der Patrologia Graeca verwendet im Übrigen auch der TLG. Umso dankbarer bin ich J. M. Hoeck (+ 1995) für seinen jahrzehntealten handschriftlichen Eintrag im Scheyerer Exemplar von PG 60 zu col. 391-392: „NB! Sämtl. Homil. d. Chrysost. zu den Paulinen in neuer Rez. ediert von Fr. Field, Oxford 1845-62, 7 Bde., nur griech.“ In der Tat ist diese mehrere Textzeugen berücksichtigende Oxforder Edition - sie war noch nicht abgeschlossen, als Migne 1859-1860 seinen Nachdruck der apparatlosen Montfaucon-Ausgabe von 1731-1735 publizierte - laut CPG 4427-4440 führend und unbedingt zu bevorzugen; die damaszenischen Chrysostomos-Zitate mussten also auch mit ihr abgeglichen werden. Allerdings befand sie sich weder in Scheyern noch in einer Münchener Bibliothek; lediglich zwei Bände konnten sogleich als Digitalisate aus dem Internet kopiert werden, für die anderen fünf sei der Fernleih-Abteilung der Bayerischen Staatsbibliothek und den sie zur Verfügung stellenden Universitätsbibliotheken von Tübingen und Erlangen aufrichtig gedankt. Der Mehraufwand an Zeit und Arbeit machte sich bezahlt, konnte doch deutlich die chrysostomische Textform ausfindig gemacht werden, die auch schon Johannes von Damaskos zur Verfügung stand.


Dank sei an dieser Stelle auch dem Library of Congress Photoduplication Service (Washington, D. C.) für die Lieferung eines kompletten Mikrofilms des Cod. Athous Laur. B 89 (a. 1320) ausgesprochen; diese Handschrift war in Scheyern einst übersehen worden und enthält doch auf ihren letzten vier Quaternionen (fol. 307r 338v) den vollständigsten Text des damaszenischen Römerbrief-Kommentars und des ersten Viertels des Kommentars zum 1. Korintherbrief.

Aufgespürt wurden mit Hilfe des TLG auch einige weitere Quellen, die aber nur vereinzelt für kurze Wendungen herangezogen wurden. Und auch heute noch ist trotz dieses hochwertigen modernen Hilfsmittels der schon vom Erstherausgeber Michel Lequien, von R. Datz und J. M. Hoeck beobachtete Umstand zutreffend, dass die Kommentierungen der Briefe an die Epheser, die Philipper, die Kolosser und die Thessalonicher sowie des zweiten Briefs an Timotheus und derjenigen an Titus und Philemon sich gar nicht oder nur höchst selten an Johannes Chrysostomos orientieren(1), ja nahezu ohne jede Quellenbenutzung auskommen; diese Bereiche könnten durch die persönlichen Gedanken und Formulierungen des Johannes Damascenus von besonderem Wert sein.
Trotz seiner heute nur noch spärlichen Überlieferung - nur eine von vier Editions-Handschriften ist wirklich vollständig - hatte der Kommentartext ein gewisses Fortwirken: Einige Katenenhandschriften schöpften eindeutig aus ihm, und es wurde eine in zwei Zeugen erhaltene radikal verkürzte Kompaktfassung gefertigt, die allerdings schon mit dem Galaterbrief endet.

Der vorliegende Band ist der erste der Reihe Die Schriften des Johannes von Damaskos, der mit dem Programm „Classical Text Editor (CTE)" erstellt wurde, was die Arbeiten entscheidend beschleunigte. Durch die Verlagerung der Computer-Tätigkeiten von Scheyern in das Münchener Akademiegebäude erfuhr der mit dem Windows-Betriebssystem und dem CTE zunächst noch unvertraute Herausgeber stets rasche Hilfe durch seine am Ort befindlichen Kollegen Albrecht Berger, Erich Lamberz und Tobias Thum; ihnen gebührt großer Dank.
In ganz besonderem Maße aber sei der Patristischen Kommission der deutschen Akademien der Wissenschaften für die Betreuung des Projekts gedankt, und hierbei in erster Linie ihrem Münchener Vertreter und Vorsitzendem der Kommission für gräzistische und byzantinistische Studien der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Martin Hose, für sein Engagement und sein stets offenes Ohr in allen Angelegenheiten.
Dank gesagt sei zu guter Letzt dem Akademienprogramm der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaats Bayern für die Förderung und dem Verlag für die gute Zusammenarbeit,
Im Oktober 2012    Robert Volk
(1) Vgl. Lequien in PG 95, 441-442; R. Datz handschriftlich (fol. 2rv); Hoeck 30, Anm. 2.




Band 6.2

Das Byzantinische Institut der Benediktinerabtei Scheyern ist Herausgeber von Band 6.2. der Schriften von Johannes Damaskos, bearbeitet von Robert Volk. Erschienen ist der Band im Verlag Walter de Gruyter, ISBN 978-3-11-018134-0.