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Interview im Donaukurier

Im Gespräch mit dem Donauerkurier erklärt der P. Benedikt seine Motivation.

1) Was hat sie dazu bewogen, das Thema Glauben in dieser Form aufzugreifen? Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrem Buch?
Immer wieder kommt es für mich zu bewegenden Begegnungen, in denen Menschen eine echte, tiefe Glaubensfrage stellen: Vom Leid in der Welt, von der Angst, es könnte alles nur Einbildung sein, von der Irritation über so viele verschiedene Religionen, wie man denn beten kann und vieles mehr. Viele wollen glauben können, aber der Wind weht uns heutzutage mächtig ins Gesicht. Zudem ist die junge Generation mit den Antworten von gestern nicht mehr zufrieden. In diese Situation hinein möchte ich von dem etwas weitergeben, was mir hilft, trotzdem Glauben zu können.

2) Schon das Layout des 175-seitigen Bandes ist erfrischend modern, die Sprache zeitgemäß und unkompliziert. Woher kommt diese Nähe zur jungen Generation?
Schon vor dem Klostereintritt habe ich bei tollen Jugendkursen teilnehmen dürfen, erst als Teil-nehmer, dann als Mitarbeiter. Seit der Priesterweihe haben wir mehr als 700 Jugendliche zur Firmung vorbereitet, die Zahl der Schüler und Schülerinnen an der BOS, die ich unterrichtet habe, ist sicher noch größer. Da lerne ich selbst mit, da merke ich unmit¬telbar, welcher Gedanke über¬haupt nicht ankommt und was für junge Leute plausibel klingt. Der Blick über den eigenen Kirchturm kommt dazu. Wenn im Prielhof kulturelle Veranstal¬tungen sind, da gehe ich gerne mal hin, einfach aus Interesse, um zu sehen, was Leute wie Donikkl oder die EAV und andere machen.

3) Sie scheuen sich nicht vor der Kontroverse. Auf einem der im Buch abgebildeten Plakate prangt der Satz: „Religion is bullshit“. Was erwidern Sie darauf?
Fanatismus ist schlecht, auch der Religiöse. Das stimmt. Doch beim Versuch, ohne Religion auszu-kommen, gab es im letzten Jahrhundert vor allem in Russland und in Deutschland schlimmste Entgleisungen. Daher brauchen wir uns nicht vor engagierten Atheisten zu verstecken, denn die können es auch nicht besser. Also auf in den Ring. Beim Austausch der Argumente kann es am Ende allerdings nur Unentschieden stehen: Die Existenz Gottes lässt sich weder objektiv beweisen noch widerlegen. Doch im Leben, da zeigt sich die Wirkung des Glaubens oft so deutlich. Für mich ist Religion eine kostbare Perle, die ich gefunden habe.

4) Sie sprechen Zweifel, Kritik an der Kirche und die Irrwege auf der Suche nach spiritueller Erfüllung mit viel Verständnis an. Hatten Sie selber von klein auf „Gott inside“?
Aufgewachsen in einem katholischen Milieu, Ministrant, Gebet bei Tisch. Das passte. Doch im Alter zwischen 16 und 19 Jahren, da stand vieles auf der Kippe. Ich hatte das Glück, Menschen zu treffen, auch in meiner Schul-klasse, die von ihrer Beziehung zu Jesus so sprachen, dass es mich neugierig machte und mich ermutigte, in diese Richtung weiter zu suchen.

5) In einem Kapitel gehen Sie auch auf die Erlösung durch das Kreuz ein. Eine schwierige theo-logische Thematik. Wie erklären Sie einem jungen Menschen das Zusammenwirken von Karfreitag und Ostersonntag?
Ja toll! Da könnten Sie auch einen Finanzexperten fragen: „Erklären Sie in fünf Sätzen ihr Konzept zur Rettung Europas von der Eurokrise.“ -  Daher hier nur drei Aspekte:
A) Als Jesus verurteilt und gekreuzigt wird, vergibt er denen, die an ihm schuldig geworden sind: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Daraus folgt: Auch wir bekommen im Leben die Chance zum Neuanfang.
B) Jesus ist konsequent, er zeigt Zivilcourage. Ja noch mehr: Wir sehen in Jesu Handeln und in seiner Hingabe, wie sehr Gott uns liebt, bis zum Äußersten.
C) Beim Sterben sagte Jesus: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ Das heißt: Wir können wie er vertrauen und die Angst vor dem Tod überwinden.

6) Die Bibel wird heute von vielen nicht mehr als spannende Lektüre empfunden. Sie geben Tipps, wie man sich ihr „häppchenweise“ nähern und darin Wertvolles entdecken kann. Wenn Sie einen Satz aus dem Neuen Testament zitieren sollten, welcher wäre Ihnen am Wichtigsten?
Mein Vers zur Priesterweihe lautete: „Jesus spricht: Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Fülle haben.“ (Johannesevangelium Kap. 10)
„Ein Leben in Fülle“, das ist eine Verheißung, welche die Sehn-sucht nach Leben wachhält, und dieses Verlangen nicht in der Banalität des Alltags untergehen lässt. Das Glaubensbuch ist wohl eine Frucht davon. 
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Interview von Manfred Habl, "Der Pfaffenhofener"

Frage: 1000 ausgelieferte Bücher im ersten Monat, womit erklärt sich dieser erfolgreiche Start?

Es findet einen so guten Anklang, weil es einen dreifachen Brückenschlag schafft:  Zunächst zwischen den kritischen Anfragen von Jugendlichen und der herausgeforderten Elterngeneration. Dann werden traditionelle Inhalte mit zeitgenössischen Beispielen in moderner, ansprechender Aufmachung behandelt.  Und schließlich ist es ein Glaubensbuch, bei dem „keine konfessionellen Engführungen den Blick auf den Glauben verstellen“, wie der evangelische Landesbischof von Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, bestätigte.  Ein Buch für alle Christen, das aber auch immer die suchenden Menschen mit im Blick hat.  Nicht zuletzt ist die grafische Aufmachung des Buches außen wie innen sehr gelungen. Da hat der Verlag sich mächtig ins Zeug gelegt.  Für den guten Start spielt sicherlich auch ein lokaler Aspekt eine Rolle, da viele Menschen aus der Region das Buch gekauft haben, weil sie den Autor kennen.

 

Auf den ersten Seiten begegnet dem Leser Harry Potter, die Jedi Ritter und der Zauberer Gandalf, ein ungewöhnlicher Einstieg für ein Glaubensbuch.

Das finde ich nicht, denn diese Gestalten aus dem Film heben sich in hohem Maße über das Alltägliche und das rein Innerweltliche ab. Sie öffnen sozusagen die Tür in eine andere Dimension. Und jedes Mal geht es um nichts weniger als um die Rettung der Menschheit. Darin sehe ich starke Parallelen zum Glauben. Die Zuschauer/-innen der Filme hindert es nicht, dass sie für das Verstehen der Handlung in ganz fremde Welten eintauchen müssen. Das macht mir Hoffnung für unsere Botschaft des Glaubens, die zum großen Teil in einer anderen Zeit, einer anderen Kultur entstanden ist. Warum sollten die Gestalten unseres Glaubens, allen voran Jesus von Nazareth, nicht auch in unserer technisierten Welt Interesse finden?

 

Ist die einfache Formel „Gott ist die Liebe“ Jugendkompatibel?

Das Thema „Liebe“ ist auf jeden Fall ein Thema für Jugendliche, sei es vor dem ersten Kuss oder bei der ersten festen Partnerschaft. Dass „Gott die Liebe ist“ sagt allerdings alleine noch nicht viel. Da kommen Fragen wie: „Und weiter, was hilft mir das, wenn ich mich nicht mag oder eine fünf geschrieben habe?“. Dies alles zu vertiefen, ist eine der Aufgaben des Glaubensbuches.

 

„Buddha, Jesus oder Mohammed – wer hat recht?“, ein „gewagtes“ Thema für einen katholischen Priester?

Dieses kurze Kapitel über verschiedene große Weltreligionen war in der Tat mit am Schwersten zu formulieren. Aber wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft, auch in religiöser Hinsicht, deshalb konnte ich nicht an diesem Thema vorbei. Eine große Hilfe waren dabei die Aussagen des II. Vatikanischen Konzils, das anderen Religionen große Wertschätzung entgegenbringt.

 

Im Buch heißt es unter anderem „Die Macht der Bösen ist das Schweigen der Guten“ wie kann ich so einen Satz verstehen lernen?

Dieser Satz steht beim Thema „Schuld und Sünde“. Die meisten Leser/-innen werden sich denken: „Was mach ich denn schon Schlimmes in meinem Leben?“. Dieser Satz legt aber den Finger in die Wunde unserer Unterlassungssünden, unserer Gleichgültigkeit und Passivität. Nur deshalb, weil so viele gute Menschen so leise sind, kann man das Schreien der Bösen so laut hören.

 

Auf den Weg machen heißt ihn schon gefunden zu haben, ab Kapitel 3 definieren sie eine Art Gebrauchsanweisung für junge Christen. Wie waren die Reaktionen ihrer vielen Helfer bei der Entstehung des Buches darauf?

Am Wichtigsten waren mir dabei die Rückmeldungen der größeren Jugendlichen. Alle Texte wurden mehrmals in Gruppen gelesen, besprochen und verändert, so dass nur das übrig geblieben ist, was verständlich und hilfreich ist. Beten, in der Bibel lesen, Gemeinschaft leben und ein gutes Leben führen, das sind die vier Schwerpunkte dabei gewesen.

 

Ein Gott oder drei Götter, entweder oder, Welle oder Teilchen, bringt das Buch Licht in das Dunkel diese Paradoxons?

Unser Glaube an den dreifaltigen Gott, der nur einer ist, aber sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist offenbart hat, stellt uns in der Tat vor ein Paradox. Mir macht es nichts aus, mit diesem scheinbaren Widerspruch zu leben, denn im Leben gibt es nicht nur ein Entweder-oder sondern das Sowohl-als-auch. Auch in den Naturwissenschaften gibt es Situationen, in denen es paradox, widersprüchlich wird. Licht zum Beispiel: In einem Versuch (Doppelspaltexperiment) verhält es sich wie eine Welle, in anderen Versuchen kann man es nur durch Teilchen beschreiben. Was ist Licht nun: Welle oder Teilchen? Die Physiker antworten: In der Beschreibung von Licht brauchen wir beide Modelle, das Wellenmodell und das Teilchenmodell und sie können gut damit leben. Warum nicht wir auch im Bezug auf Gott?

 

Der Originaltext „Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben“ (Matthäusevangelium Kap. 6,12) könnte die Lösung für die momentane  Wirtschaftskrise sein. Wem würden sie diesen Satz am ehesten nahe legen?

Es finden sich im Vater-Unser beide Übersetzungen: „Schuld“ i.S.v. Sünde und „Schulden“ i.S.v. dem, was wir einander schulden. Es ging Jesus sicher nicht nur um die rein moralische Dimension, sondern auch um die ganz handfeste. Auch ein Gleichnis vom Schulden nachlassen hat er uns hinterlassen. Die Bibel ist schon immer sehr kritisch gegenüber geliehenem Geld, vor allem Wucherzinsen werden verurteilt. Auf Ihre Frage: Ich meine, wer jahrelang große Gewinne durch hohe Zinsen gemacht hat, braucht jetzt nicht jammern, wenn er einen Teil wieder verliert. Ein teilweiser Schuldennachlass durch alle Gläubiger, Banken, Staaten und Privatanleger kann durchaus einmal das Gebot der Stunde sein, auch wenn es uns nicht schmeckt.

Zum Orginalartikel als PDF , auf Seite 6

Interview in den Fuldaer Nachrichten und im Bonifatiusboten

Im Gespräch mit Dietmar Kuschel, Redateur:

Vorspann: ,,Das Land des Glaubens ist keine öde Wüste und Jesus keine ferne Gestalt“, versichert Pater Benedikt Friedrich seinen Lesern in seinem neuen Glaubensbuch. Der Benediktiner aus der Abtei Scheyern ermutigt junge aber auch ältere Menschen, sich mit ihrem Glauben an Gott zu beschäftigen – auch kritisch. Auf 180 anregenden Seiten hilft der aus Dipperz bei Fulda stammende Mönch seinen Lesern unkonventionell.


Frage: Pater Benedikt, Sie wollen mit Ihrem Buch nicht nur Heranwachsende und Jugendliche erreichen, sondern auch Eltern und Erzieher. Kommt dabei jede Altersgruppe zu ihrem Recht?
Immer wieder habe ich von Eltern gehört: „Sie müssten mal mit meinem Sohn/meiner Tochter reden. Die stellen alles in Frage und ich weiß keine Antwort mehr.“ – Das war alarmierend. Der Glaube muss doch von einer Generation zur anderen weitergegeben werden können. Es muss doch eine Sprache geben, mit der sich Eltern und ihre jugendlichen Kinder verständigen können! Diesen Brückenschlag zu schaffen, war mein Grundanliegen. Da ich selbst als 48-jähriger schreibe, bin ich der Gedankenwelt der Eltern und Erzieher nahe. In der Jugendarbeit und in der Schule begegne ich fast täglich Jugendlichen und habe diese bei den Beispielen und bei der Einfachheit der Sprache immer vor Augen gehabt.

Frage: Das Buch ist nicht allein an Ihrem Schreibtisch entstanden, vielmehr haben junge und auch ältere Menschen in Ihrer Pfarrei intensiv mitgearbeitet. Könnte dieses kollegiale Tun möglicherweise Muster sein für weitere Dienste in einer Kirchengemeinde?
Bei jeder Vorbereitung eines Jugendgottesdienstes oder eines Familiengottesdienstes gibt es eigene Vorbereitungstreffen der Beteiligten, natürlich auch für die Erstkommunion und die Firmung. Dabei geschieht dann oft mehr, als dann im eigentlichen Tun. Freilich ist das sehr zeitaufwendig und kann daher nur in begrenztem Maße durch die Verantwortlichen der Pfarrei begleitet werden. Doch wo es gelingt, Jugendliche und Erwachsene in ein gemeinsames Team einzubinden, ist dies der Mühe wert. Bei der Firmvorbereitung ist uns dies sehr schön gelungen.

Frage: Es fällt auf, dass Sie sich in dem Buch vor allem an suchende Menschen wenden. Sind Suchende ein Kennzeichen unserer Zeit?
Es gibt in unserer Zeit keine Selbstverständlichkeiten mehr, alles wird zumindest von irgendwem in Frage gestellt: Religionskritik, Evolution, Gewalt im Namen der Religion und vieles mehr. Außerdem sind die überzeugten Atheisten in den letzten Jahren offensiver geworden und melden sich auf dem Büchermarkt zu Wort (z.B. „Gotteswahn“). Hinzu kommen unsere ganz persönlichen Fragen, wie die Verarbeitung von Leid. Und das Ganze auf dem dünner gewordenen Fundament einer schwindenden Glaubenspraxis. Bei uns leben auch viele Nichtgetaufte aus dem Osten, die in offener, freundlicher Art sagen, dass sie das alles gar nicht kennen gelernt haben. Ja, ein Suchender zu sein ist ein Kennzeichen unserer Zeit.

Frage: Viele Texte sind in der Ich-Form geschrieben. Haben Sie mit dem Buch Ihr eigenes Glaubensbekenntnis durchbuchstabiert?
Das hatte ich mich erst nur ganz wenig getraut. Doch dann ermutigte mich die Lektorin des Verlages dazu, weil es dadurch spannender, lebendiger und authentischer wurde. So durfte ich Erlebnisse aus ganz verschiedenen Lebensphasen einstreuen. Das war auch notwendig. Denn bei einigen Themen, wie dem Leid in der Welt, kommt das Suchen nach Antworten an eine Grenze, Fragen bleiben offen. Dann ist die persönliche Meinung gefragt, vor allem, wie man selbst damit umgeht. Am Ende des Buches konnte ich vielen Menschen danken, die mich auf meinem persönlichen Glaubensweg begleitet und inspiriert haben.

Frage: Wiederholt stellen Sie Beziehungen in den Mittelpunkt Ihrer Betrachtungen: Beziehungen zu Anderen, zu Gott und zu sich selbst. Warum?
Weil Gott die Liebe ist und Liebe sich immer in Beziehungen ausdrückt. Sehr oft wird im Neuen Testament unsere Gottesliebe an der Nächstenliebe gemessen und umgekehrt: „Das habt ihr mir getan.“ (Jesus im Matthäusevangelium, Kap. 25). Ein weiterer Grund ist der, dass für junge Menschen noch mehr als für meine Generation die Fragen akut sind: „Wo gehöre ich dazu? Wer sind meine Freunde?“ Die Botschaft, dass Gott in Beziehung zu uns treten möchte, uns gar seine Freunde nennt, macht ein Leben aus dem Glauben erst attraktiv.
 
Frage: Das Gebet, das Gespräch mit Gott, wird auf vielen Seiten von Ihnen thematisiert. Eine Frage lautet: Was mache ich, wenn ich beten möchte, es aber nicht kann. Was raten Sie dem Leser?
Ups, das ist wirklich eine schwere Frage. Dazu müsste man wissen, wo die Schwierigkeit liegt: Fehlt es überhaupt an einer Grundlage? Dann würde ich das Lesen der Evangelien und der Apostelgeschichte empfehlen. Diese schaffen eine gute Basis. – Oder hat der Glaube durch Zweifel, Kritik, schlechte Erfahrungen (evtl. sogar mit der Kirche) Schaden gelitten? Dann ginge es darum, diese Blockaden anzusprechen, nach Möglichkeit aufzulösen und auszusöhnen. – Oder weiß jemand einfach nicht, wie er/sie beten soll? Dann wäre das Vater-Unser ein guter Start und einige Stille-Übungen.

Frage: Gleichsam in einem Fadenkreuz sind vier Begriffe angeordnet: Gemeinschaft, Gebet, gute Werke, Gottes Wort. Sie deuten die Darstellung als ein Rad, dessen Nabe in der Mitte Christus ist, um den sich alles dreht, der das Rad zusammenhält. Sind die vier Speichen eine Voraussetzung für ein christliches Leben?
Ein Rad kann natürlich auch mit drei Speichen laufen. Die Speiche „Gottes Wort“ ist zum Teil auch schon im Punkt „Gemeinschaft“ enthalten, weil die biblischen Texte in der Feier der Gottesdienste reichhaltig angeboten werden. Eines aber wird durch eine praktische Übung im Buch für die Leser deutlich: Ob die Radspeichen ungefähr gleich lang sind oder ganz unterschiedlich ausgeprägt. In diesem Fall dreht sich das Glaubensrad zwar noch, aber es eiert dann gewaltig.

Frage: Der evangelische Landesbischof in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, hat zu Ihrem Buch geschrieben: ,,Keine konfessionellen Engführungen verstellen den Blick auf den einen Glauben. Auch für evangelische Jugendliche ist das Buch deswegen eine Quelle wichtiger Einsichten in den Glauben." Pater Benedikt, hatten Sie bei der Planung des Glaubensbuchs bereits die evangelischen Leser im Blick?
Ich hatte alle Menschen im Blick. Neben der Gruppe der Katholiken sind mir die evangelischen Christen die wichtigste Zielgruppe, weil sie in Deutschland die Hälfte aller Christen ausmachen! Doch auch in freikirchlichen Gemeinden stellen sich die gleichen Fragen, weil wir alle Kinder unserer Zeit sind. Vor der Fertigstellung des Buches habe ich noch einmal ganz bewusst alles durchgeschaut, so dass bis in die Art der Zitate aus der Bibel u.a. auch die evangelischen Schwestern und Brüder sich wiederfinden können.

Eine letzte Frage: Sie sind Pfarrer von drei Orten mit über 5900 Katholiken. Wie haben Sie es geschafft, dennoch ein so anspruchsvolles und ansprechendes Buch zu schreiben?
Papst Benedikt XVI. hat sicher mehr Arbeit und Verantwortung gehabt, als jeder von uns. Und dennoch hat er sich dafür entschieden, gewisse Stunden für das Schreiben zu nehmen. Ich glaube, wir alle brauchen irgendein Projekt, ein Anliegen, in dem unser Herzblut steckt, das uns aus der Alltagsroutine herausführt, über den eigenen Kirchturm hinaus schauen lässt. Ein solches Projekt verlangt viel Einsatz, aber es gibt auch viel Kraft. Und wenn am Ende etwas Schönes herauskommt, dann sind die Mühen fast vergessen. 
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