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Kirchlein in idyllischer Lage

Die von Bäumen umgebene Kirche Herrnrast steht weithin sichtbar auf einer Anhöhe. Mehrere Legenden u.a. von einem Hirtenmädchen, das hier den Herrn rasten sah, bewirkten die Gründung. Der erste Bau entstand vermutlich 1599 und wurde nach Beschädigung im Dreißigjährigen Krieg 1689 erneuert. Schon 1669 hatte sich zur Betreuung der Kirche ein Einsiedler niedergelassen. Im Oberstock der Sakristei befindet sich noch heute ein kleiner leerstehender Raum, der dem Eremiten als Wohnung diente.

Zu Beginn des 19. Jh. erfreute sich Herrnrast bei den Gläubigen aus der Umgebung großer Beliebtheit. Pilger aus nah und fern besuchten die immer bekannter werdende Wallfahrtskirche, und der sonst so stille Hügel von Herrnrast erlebte in der Folge alljährlich eine zweitägige Kirchweih, die mit Händlern, allerlei Buden und Wurstständen bald zu einem beliebten Volksfest anwuchs. Bei einer Kirchweih soll angeblich sogar Max II. mit seiner Familie zugegen gewesen sein. Wenn man heute auf der Anhöhe von Herrnrast steht, kann man sich dieses Treiben fast bildlich vorstellen.Die Blütezeit der Kirchweih dauerte bis 1870, dann geriet sie allmählich in Vergessenheit.

Die vielen Votivgaben in der östlichen Seitennische der Kirche weisen Herrnrast als alten Wallfahrts- und Zufluchtsort für viele Pilger aus dem oberen Ilmtal aus. In unserer Zeit wurde der schlechte Zustand der Kirche immer deutlicher. Schließlich bewahrte der Pfaffenhofener Nährmittelfabrikant Claus Hipp in einer Privatinitiative mit Unterstützung des Münchner Erzbischöflichen Ordinariats das alte baufällige Gebäude vor dem Verfall. Die Renovierung wurde von Mitarbeitern der Firma Hipp und von Rentnern, die sich freiwillig zur Verfügung stellten, unter Anleitung von Fachleuten durchgeführt.

Eine Besonderheit sind die drei Barockaltäre stellen einfache Kistlerarbeiten dar. Der frühbarocke Hochaltar beherbergt die Gnadenfigur des Christus in der Rast (daher der Name „Herrnrast“). Bei dieser frühbarocken plastischen Darstellung ist Christus nur mit einen Lendenschurz bekleidet; er sitzt auf einem Steinblock und hat trauernd das Haupt in seine rechte Hand gestützt, die Kreuzigung erwartend.