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Ehemalige Kollegiatsstiftskirche St. Arsatius

Ilmmünster ist dem aufmerksamen Besucher der Prähistorischen Staatssammlung in München ein Begriff, denn dort sind die karolingischen Chorschranken zu sehen, die 1975 bei Ausgrabungen in der Kirche St. Arsatius geborgen wurden. Das Kloster Ilmmünster wurde im 8. Jh. von Angehörigen des Hochadelsgeschlechts der Huosi gegründet und von Tegernsee aus besiedelt. Um das Jahr 800 brachte man die Reliquien des hl. Märtyrers Arsatius hierher.

Das Kloster wurde angesichts der Ungarngefahr im 10. Jh. säkularisiert, lebte aber 1068 als Chorherrenstift wieder auf. In den Jahren 1210-20 entstand die heutige Kirche, eine dreischiffige Basilika nach alpenländisch-altbayerischem Schema – mit drei Apsiden und ohne Querschiff. Zwischen 1437 und 1455 wirkte der berühmte, intellektuelle und streitbare Theologe Nicolaus Cusanus als Probst. 1492 wurde das Kloster aufgehoben, im Dreißigjährigen Krieg (1646) - mit Ausnahme der Stiftskirche - von den Schweden niedergebrannt. Der Innenraum der Kirche wurde im 17. und 19. Jh. verändert.

Das weite Mittelschiff mit barocker Stichkappentonne (1676, Georg Zwerger) beeindruckt trotz seiner neuromanischen Ausstattung. Einige kostbare Figuren und Tafeln künden noch von der Zeit vor 1495, als das Stift an die Münchner Frauenkirche überging. Die zwölf Passionsszenen im neuromanischen Hochaltar (um 1490) stammen aus dem Umkreis von Jan Polack.

Seit 1803 ist Ilmmünster eine eigenständige Pfarrgemeinde. Am 10. November 1846 kamen die Reliquien des Heiligen Arsatius an das ehemalige Chorstift Ilmmünster von München zurück. Zu Ilmmünster gehört die Filialkirche Ilmried (seit spätestens dem 9. Jahrhundert erwähnt) und die Wallfahrtskirche Herrnrast (entstanden vermutlich um 1599, erneuert im Jahr 1689). Seit 1.1.1990 ist die Pfarrei Ilmmünster zusammen mit den Pfarrgemeinden Reichertshausen/Ilm und Hettenshausen in den Pfarrverband Ilmmünster eingegliedert.