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Fr. Wunibald Klebl

fr. Wunibald Klebl

Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird,
kann er das Reich Gottes nicht schauen.

(Joh 3,3)

Dieser Vers aus dem neutestamentlichen Lobgesang im Scheyerer Psalter war am Dienstag, den 26. Januar 2016, in der Morgenhore kaum verklungen, da machte sich unser lieber Mitbruder,

Frater Wunibald Michael Klebl OSB

auf, um dieses verheißene Reich Gottes zu schauen. Sein irdisches Leben, das am 17. Juli 1932 in Mörsdorf im Bistum Eichstätt begonnen hatte, war still und leise zu Ende gegangen.

Seinen Eltern Johann Klebl und Margareta Klebl, geborene Blemel, wurde Michael als letztes von fünf Kindern geschenkt. Sein Weg mit Gott begann sichtbar mit dem Empfang der heiligen Taufe am 18. Juli 1932.
Nach dem Besuch der Volksschule in Mörsdorf und der landwirtschaftlichen Berufsschule in Ebenried, der sog. Feiertagsschule, arbeitete er auf dem kleinen landwirtschaftlichen Anwesen seiner Eltern. Ein Jahr stand er als „Hirtenknabe“ bei einem Bauern in Dienst. Über seinen Heimatpfarrer, Geistlichen Rat Johann Baptist Graf, der mit Abt Franz Seraph Schreyer in Kontakt stand, fand er den Weg in die Benediktinerabtei Scheyern. Zeit seines Lebens erzählte fr. Wunibald über die „abenteuerliche“ Fahrt ins Kloster Scheyern: Er war nämlich mit einem Viehtransport nach Scheyern gekommen.  

Am 1. August 1951 wurde er durch Abt Franz, den er sehr geschätzt hat, eingekleidet und erhielt dabei den Namen des Eichstätter Bistumsheiligen Wunibald. Am 4. August 1952 legte er die einfachen und am 4. August 1955 die ewigen Gelübde ab.

Obwohl fr. Wunibald nie eine handwerkliche Berufsausbildung erhielt, war er handwerklich äußerst geschickt und begabt. Er brachte sich viele Dinge einfach selber bei. Als sog. Konventdiener war er zunächst mit verschiedenen Aufgaben im Haus betraut. Außerdem gab er mit der Konventglocke das Zeichen zum Gottesdienst. Ab September 1964 war er als Bäcker und Fischer tätig, seit 1972 als Imker. Mit seinem guten Honig wurde er fast weltweit bekannt, denn Kardinal Joseph Ratzinger genoss nicht nur selbst immer wieder den Honig aus Scheyern, sondern brachte auch Papst Johannes Paul II. davon mit. Über das Dankschreiben aus dem Vatikan war fr. Wunibald sehr stolz. Zeitweise prangte an der Tür zu seinem Honigkammerl ein Schild mit der Aufschrift „Päpstlicher Hoflieferant“. Besonders gerührt war fr. Wunibald, als Abt Markus nach einem Besuch bei Papst Benedikt erzählte, dass der Heilige Vater em. sich nach ihm erkundigt hatte.

Zu seinen Aufgaben gehörte über viele Jahre hinweg auch die Betreuung der Jahreskrippe im Kreuzgang unseres Klosters. Mit viel Phantasie stellte er die verschiedenen biblischen Szenen des Kirchenjahres dar. Professionellen Rat für die Umsetzung holte er sich gerne bei dem aus Scheyern stammenden Alttestamentler Prof. Dr. Theo Seidl.

Große Freude hatte fr. Wunibald an mechanischen Uhren. Als zäher und kundiger Tüftler brachte er viele Uhren wieder zum Laufen. Diese Fähigkeit sprach sich im ganzen Landkreis herum, so dass er bald über einen großen „Freundes- und Kundenkreis“ in dieser Branche verfügte. Freunde ermöglichten ihm auch manche Reisen, so etwa nach Lourdes, Fatima und ins Heilige Land. Auf diesen Reisen fand er bald auch wieder neue Freunde.

Mit zunehmendem Alter musste er nach und nach lieb gewonnene Aufgaben abgeben, was ihm gar nicht leicht fiel. Zu manchem Missverständnis führte seine Schwerhörigkeit. Über Manches konnte er lachen, über anderes nicht. Fr. Wunibald verfügte über ein großes Repertoire an Sprüchen und Witzen, die er immer wieder zum Besten gab. Viele waren uns wohl bekannt und werden uns an manchen Tagen sicher fehlen. Er konnte eine Geschichte oft nach Jahren immer noch mit der gleichen Begeisterung erzählen. Er hat es sich aber auch lange gemerkt, wenn ihn jemand geärgert hatte.

Untätig sein, das war für fr. Wunibald keine Option. Zur Überraschung von uns allen fand er eine neue Beschäftigung bei der Renovierung unserer Basilika. Mit seinen 80 Jahren stieg er auf das Gerüst und half einfach beim Abkratzen der Farbschichten mit, schließlich entdeckte er auch noch seine Fähigkeit und seine Liebe beim Vergolden von Stuckteilen. Welche Bedeutung diese Tätigkeit für ihn hatte, zeigt der Eintrag in seinen Personalbogen, den er selber vorgenommen hatte: „Seit Mai 2013 Kirchenmaler“.

In der Nacht vom 10. auf den 11. November 2015 begann das letzte Kapitel seines Lebens. Er erlitt einen schweren Schlaganfall. Da dies erst am Morgen bemerkt wurde, war das Gehirn so stark geschädigt, dass sehr schnell klar war: Fr. Wunibald wird bleibende Schäden davontragen. Sein Gesundheitszustand stabilisierte sich aber zusehends, so dass die Ärzte im Pfaffenhofener Krankenhaus zu einer REHA-Maßnahme rieten, damit möglichst viele Körperfunktionen wieder hergestellt werden, um die Pflege zu erleichtern.

Da fr. Wunibald eigentlich nie ungern in Krankenhäusern war, freundete er sich schnell mit den Schwestern und Pflegern in der HELIOS Klinik in Kipfenberg an. Trotz aller Zuneigung und Fürsorge stand allerdings noch vor Weihnachten fest, dass alle Bemühungen eigentlich schon an ihre Grenzen gekommen waren.
Für unsere Gemeinschaft begannen damit die Überlegungen, was für fr. Wunibald wohl das Beste sein könnte. Natürlich war es das Bestreben, ihn wieder in die klösterliche Gemeinschaft heimzuholen. Aber würden wir die Pflege und Betreuung leisten können? Mit Unterstützung der Caritas Sozialstation Pfaffenhofen wagten wir es, fr. Wunibald ins Kloster zurückzuholen.

Am 21. Januar kam fr. Wunibald zurück in unser Kloster und in seine geliebte Zelle. Er freute sich sichtlich darüber. Die Versorgung und Pflege ging besser als gedacht. Was wir noch nicht wussten: Es waren nur sechs Tage, bis aus dem Heimkommen ein Heimgehen wurde. Für uns und für fr. Wunibald waren es noch einmal sechs intensive und kostbare Tage.

An dieser Stelle danken wir allen, die uns in der Sorge und Pflege für fr. Wunibald geholfen und ihn auch immer sehr schnell ins Herz geschlossen haben: Den Schwestern, Pflegern und Ärzten der Ilmtalklinik Pfaffenhofen und der HELIOS Klinik Kipfenberg sowie den Schwestern der Caritas Sozialstation Pfaffenhofen.
Wir danken allen, die fr. Wunibald am Freitag, den 29. Januar 2016 in so großer Zahl das letzte Geleit gegeben haben, als wir ihn nach dem Gottesdienst in der Basilika auf dem Klosterfriedhof beigesetzt haben.

Wir bitten um das Gebet für unseren fr. Wunibald und sind zu gleichem Dienst stets bereit.

Scheyern, im Januar 2016

In stiller Trauer und österlicher Zuversicht
Abt Markus und Konvent


Abt Bernhard M. Lambert

Abt Bernhard M. Lambert

 

Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird,
dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von
Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel.

2 Kor 5,1

  Der Herr über Leben und Tod hat in den frühen Morgenstunden des 9. Februar 2014 plötzlich und unerwartet seinen treuen Diener, unseren lieben Mitbruder

Abt em. Bernhard M. Lambert OSB

nach einem erfüllten Leben zu sich in die ewige Heimat gerufen.

Abt Bernhard wurde am 29. Juli 1931 den Eheleuten Hendrik Lambert und Cyrilla Lambert, geb. Geers, in Brügge als zweites von drei Kindern geboren und am 2. August in der St.-Michaels-Kirche auf den Namen Roger Joseph Gustav getauft. Nach dem Besuch der Volksschule in Steenbrügge wechselte er auf das Bischöfliche Gymnasium St. Ludwig, das er im Juli 1950 mit dem Abitur abschloss. Danach trat er in die Abtei St. Pieter in Steenbrügge ein, wo er am 25. September 1950 eingekleidet wurde und als Ordensnamen den hl. Bernhard zum Patron bekam. Am 26. September 1951 legte er die einfache, am 16. August 1955 die feierliche Profess ab. Am 9. Oktober 1955 erfolgte die Diakonenweihe; und am 25. Juli 1956 wurde er von Bischof Emiel-Josef de Smedt von Brügge zum Priester geweiht.

Abt Bernhard wurde in seiner Heimatabtei als Krankenpfleger, als Hilfsbibliothekar und als 2. Gastmeister eingesetzt. 1967 wurde ihm das Amt des Novizenmeisters übertragen; zudem wurde er als Senior in das engere Beratergremium des Abtes berufen.

Nachdem er sich nach der Priesterweihe 1957/58 an der Universität Nimwegen (NL) dem Studium der lateinischen altchristlichen Literatur widmen konnte, setzte er in den folgenden Jahren zusätzlich zu den ihm übertragenen Aufgaben im Kloster seine wissenschaftliche Arbeit fort und schrieb im Auftrag von Abt Eligius Deckens in der Reihe Corpus Christianorum mehrere Abhandlungen über die Werke des hl. Hieronymus. Bei seinen Forschungen führte ihn sein Weg in den Jahren 1971/72 wiederholt nach Scheyern. Auf diese Weise lernten ihn die Scheyrer Mönche kennen.

Als Abt Johannes M. Hoeck 1972 sein Amt niederlegte, postulierten ihn die Scheyrer Mönche am 29. Juni 1972 zu ihrem Abt. Diese Wahl wurde am 9. Juli bestätigt, und damit war der erst 41-jährige Mönch aus Steenbrügge der 55. Abt des Klosters Scheyern. P. Anselm schreibt in der Chronik des Klosters Scheyern: „Wenn daher die Bestellung eines Belgiers zum Abt von Scheyern für viele unerwartet kam, so war sie doch nicht unvorbereitet. Für die katholische Kirche, die universal ist, bedeutet dies nichts Ungewöhnliches. Schließlich waren die ersten Äbte von Scheyern für damalige Verhältnisse auch „Ausländer“, sie stammten aus Hirsau im Schwarzwald. Auch gehörten Bayern und Belgien im Laufe der Geschichte mehrmals zusammen als politische Einheit.“

Am 19. August 1972 empfing Abt Bernhard durch den Münchner Erzbischof Julius Kardinal Döpfner die Abtsbenediktion. Sowohl für Abt Bernhard als auch für die Scheyrer Klostergemeinschaft begann nun ein neues Kapitel. 29 Jahre sollte Abt Bernhard dem Kloster Scheyern als Abt vorstehen. Viele Herausforderungen und Veränderungen galt es in dieser Zeit zusammen mit der Gemeinschaft anzugehen. Die Beschlüsse des Konzils mussten in den klösterlichen Alltag umgesetzt werden. Dabei wurde auch der Scheyrer Psalter an seinem Ursprungsort eingeführt.

Bei seiner Abtsweihe hatte die Pfarr- und Klosterkirche keinen Dachstuhl, die Außenrenovierung war im vollen Gange, der sich fast nahtlos dann die Innen-renovierung anschloss. Auch andere bereits beschlossene Maßnahmen wurden umgesetzt wie der Umbau des Traktes zwischen den beiden Türmchen zu einem Wohnheim für die im September 1976 eröffnete Staatliche Berufsoberschule (BOS). Die Renovierung des Konventbaus und der Bibliothek in den Jahren 1992 bis 1994 war ihm ein großes Anliegen.
Nachdem die Bewirtschaftung des Prielhofes durch das Kloster eingestellt worden war, verpachtete man die Flächen an den Forschungsverband Agrarökosysteme München (FAM). Aus dem Klostergut Scheyern war nun das Versuchsgut Scheyern geworden.

Die Erhebung der Kloster- und Pfarrkirche zur päpstlichen Basilika minor im Jahre 1980 stellte einen gewissen Höhepunkt in seiner Amtszeit dar.
Abt Bernhard zog es in seiner Scheyrer Zeit aber auch immer in die Ferne. Er wurde von verschiedenen Klöstern als Exerzitienmeister angefragt. In der Bayerischen Benediktinerkongregation wurde er in die Liturgische Kommission berufen und hatte dort für 10 Jahre auch den Vorsitz inne. Er arbeitete am spirituellen Teil der Satzungen mit und wurde Moderator des Kommunnoviziates. Er brachte seine monastischen Kenntnisse in die Regelkommission der Salzburger Äbtekonferenz ein und war für einige Jahre auch deren Moderator.

Abtprimas Dr. Notker Wolf und Abt Bernhard

Von 1994 bis 2003 war er auch der Vorsitzende der Salzburger Äbtekonferenz.Die Amtszeit von Abt Bernhard prägte wie bei vielen anderen Klöstern und Gemeinschaften auch die Sorge um den ausbleibenden Nachwuchs. Zeit seines Lebens freute er sich darüber, dass doch einige junge Menschen den Weg in die Scheyrer Klostergemeinschaft gefunden hatten, wenngleich auch einzelne sie nach einer gewissen Zeit wieder verlassen haben.

Mit Vollendung des 70. Lebensjahres hat Abt Bernhard gemäß den Satzungen der Bayerischen Benediktinerkongregation seine Resignation eingereicht, die am 29. Juni 2001 angenommen wurde. Dieser Schritt der Resignation fiel ihm alles andere als leicht und auch mit der in der Bayerischen Kongregation üblichen Bezeichnung „Altabt“ konnte er sich nie richtig anfreunden. Auf der anderen Seite genoss er die neu gewonnene Freiheit. Er unternahm viele Reisen und hielt sich immer wieder über mehrere Wochen in der Zisterzienserabtei auf der Insel Lerins auf. Er hatte nun auch die Zeit, seine vielfältigen Kontakte zu pflegen und sie noch weiter auszubauen. Den Kontakt zu seiner belgischen Heimat, seinen Verwandten und seinen Freunden ließ er in all den Jahren nicht abreißen. Jedes Jahr fuhr er nach den Weihnachtlichen Festtagen für zwei Wochen in seine Heimat.

„Jeder will lange leben, aber keiner will alt werden“, so zitierte er immer wieder seine Mutter. Aber dieses Schicksal blieb ihm trotzdem nicht erspart. In den letzten Jahren musste er das Altwerden lernen. Seine körperlichen und auch geistigen Kräfte ließen immer mehr nach. Das Gehen und vor allem das Treppensteigen wurden immer mühsamer. Schließlich war er auch auf eine Gehhilfe angewiesen. Mit eisernem Willen versuchte er mobil zu bleiben. Noch bis in die Dezembertage des letzten Jahres hinein hatte er an seinem Vorhaben festgehalten, nach dem Dreikönigsfest seine Heimat zu besuchen. Doch seine Kräfte ließen auch für ihn immer spürbarer nach; so teilte er uns eines Tages mit, diese Reise bis nach Ostern zu verschieben.

Drei Tage vor seinem Tod befiel ihn eine Schwäche, die er selber gar nicht so wahr- und ernstnehmen wollte. Am folgenden Tag schien alles überwunden zu sein, und er nahm wie gewohnt am Leben der Gemeinschaft teil. Als er am Sonntag, den 9. Februar, nicht zum Frühchor erschien, ging man, um nach ihm zu schauen, und fand ihn in seinem Zimmer. Er war noch aufgestanden und hatte begonnen, sich für die Feier des Sonntags fertig zu machen. Es war schon alles vorbereitet, angefangen vom weißen Hemd bis zu den aufgeschlagenen Schrifttexten. Da ereilte ihn der Tod. Es war für ihn plötzlich Ostern und er machte sich auf die letzte Reise, die uns allen gemeinsam ist.

Wir danken an dieser Stelle allen, die ihn in den letzten Jahren besucht und eingeladen haben, um ihm die Einsamkeit, die zum Teil auch selbst gewählt war, dann und wann aufzubrechen. Besonders danken wir aber unserem Hausarzt Dr. Manfred Seidl, der ihn mit unerschöpflicher Geduld betreut hat.

Am Donnerstag, den 13. Februar, feierte Friedrich Kardinal Wetter mit uns den Seelengottesdienst. Ihm und allen, die Abt Bernhard in so würdiger Weise die letzte Ehre erwiesen haben, sagen wir ein herzliches Vergelt’s Gott. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde Abt Bernhard in der Martinikapelle  bei seinen Vorgängern Abt Franz Schreyer und Abt Johannes M. Hoeck beigesetzt. Wir bitten um das Gebet für Abt Bernhard und sind stets zu gleichem Dienst bereit.

Scheyern, im Februar 2014
In stiller Trauer und österlicher Zuversicht


Abt Markus und Konvent

 

Die Predigt anläßlich der Beerdigung können Sie hier nachlesen...


P. Dominicus J. Brielmair

Da sagte der Herr zu ihm:

Du bist ein treuer Verwalter gewesen,

ich will dir eine große Aufgabe übertragen.

Komm nimm teil an der Freude deines Herrn! (Mt 25,21)

Der Herr über Leben und Tod hat  am späten Abend des 22. Juni 2012 seinen treuen Diener, unseren lieben Mitbruder

P. Dominicus Joseph Brielmair OSB

nach einem erfüllten und arbeitsreichen Leben zu sich in sein himmlisches Reich gerufen.

P. Dominicus wurde am 29. September 1928 als neuntes und letztes Kind der Bauerseheleute Joseph und Anna Brielmair in Grucking geboren. In der Pfarrkirche Reichenkirchen wurde er auf den Namen Joseph getauft. Wie er selber in seinem Lebenslauf schreibt, durfte er seine Kindheit in der Geborgenheit des Elternhauses verbringen. Diese Geborgenheit wurde getrübt, als sein Vater an einer schweren Erkrankung starb. Joseph Brielmair war da gerade zwölf Jahre alt. Nachdem er zunächst die Volksschule in Reichenkirchen besucht hatte, wechselte er 1941 in das Knabenseminar nach Freising. Dort schien er sich sehr wohl gefühlt zu haben, denn er schreibt, dass er im Kriegsjahr 1945 wegen Platzmangel im Knabenseminar nach Hause zurückkehren musste. 1949 erwarb er schließlich doch das Reifezeugnis und durfte in das erzbischöfliche Klerikalseminar in Freising übersiedeln. Nach zwei Semestern Philosophiestudium beschloss er, sein Leben Gott im Kloster zu weihen, und trat in die Benediktinerabtei Scheyern ein. Am 3. Oktober 1950 wurde er eingekleidet und bekam „als Reisebegleiter und Beschützer auf dem Weg zur Vollkommenheit den hl. Dominicus mit auf den Weg“.

 Nach dem Studium der Theologie an der Universität München und der Priesterweihe am 12. September 1954 durch Kardinal Wendel in der Kirche St. Gabriel in München wurde er als Mitarbeiter in der Klosterverwaltung eingesetzt. Nach einem Studium der Betriebswirtschaft 1956/57 und dem Besuch der Handelsschule in München schien sein weiterer Weg nun vorgezeichnet. Am 8. April 1958 wurde er Cellerar des Klosters und blieb es eigentlich bis zum Schluss. In seine aktive Amtszeit fielen große Projekte wie die Auflösung des Gymnasiums und die Ansiedlung der BOS, der Umbau des Internates, das Aufgeben der eigenen Landwirtschaft am Prielhof und die anschließende Verpachtung an eine Forschungseinrichtung sowie die Renovierung des Konventbaus. Auch für die Klosterschenke trug er Verantwortung, und nicht selten war er am Ausschank zu sehen, bis diese schließlich in den 80-iger Jahren verpachtet wurde. Auch wenn er 2001 die Hauptverantwortung an seinen Nachfolger P. Lukas abgab, so stand er diesem vor allem in den ersten Jahren mit Rat und Tat zur Seite. Und obwohl die Gesundheit in den letzten Jahren sein Wirken einschränkte, war er jederzeit doch für kleine Botengänge bereit. Auch auf der Ebene der Kongregation brachte er sein Wissen und seine Erfahrung bei den so genannten Wirtschaftsvisitationen in den anderen Klöstern ein.

 Seinen priesterlichen Dienst der Verkündigung übte er wohl auch als eine Art Ausgleich zur hauptsächlichen Verwaltungstätigkeit seit Februar 1973 mit großer Freude in der kleinen Pfarrei Hirschenhausen bei Jetzendorf aus. Er war ein überaus geschätzter und beliebter Seelsorger, was bei diversen Jubiläen immer wieder zum Ausdruck kam. Im August 2010 gab er aus gesundheitlichen Gründen diese Aufgabe ab, auch hier folgte ihm P. Lukas nach. Dass P. Dominicus von seinen Hirschenhausenern nicht vergessen wurde, zeigte so mancher „süße Gruß“, den P. Lukas von Zeit zu Zeit mitbrachte.

Das Leben von P. Dominicus war geprägt durch eine große Beständigkeit, übte er seine Tätigkeiten doch über Jahrzehnte aus. Durch seine ruhige und bescheidene Art war nicht immer für alle sichtbar, welchen Einsatz und wie viel Kraft die Aufgaben ihm mitunter auch abverlangten. Treue und Beständigkeit zeichneten seine Präsenz im Konvent aus. Die Teilnahme am gemeinsamen Chorgebet war für ihn bis in die letzten Lebenstage hinein eine Selbstverständlichkeit und auch bei der abendlichen Rekreation war er einer der Treuesten.

 Leben braucht und verbraucht Kraft. Dass seine Kräfte auch abnehmen können, das musste er lernen. Gesundheitliche Einschränkungen brachten es mit sich, dass er nicht nur seine Tätigkeiten abgeben musste, sondern auch ganz langsam seinen Garten, der von den Mitbrüdern auch gerne als „Dominikanische Republik“ bezeichnet wurde. Über Jahre hinweg profitierten die Mitbrüder davon in Form von frischen Erdbeeren.

 Dass P. Dominicus trotz Einschränkungen so lange gesundheitlich fit war, haben wir sicher unserem langjährigen Hausarzt Herrn Dr. Manfred Seidl zu verdanken. Ihm sei an dieser Stelle ausdrücklich für all seine Fürsorge gedankt.

Am Dreifaltigkeitssonntag bekam P. Dominicus große Schmerzen, so dass er selber nach einem Arzt verlangte. So etwas gab es bisher nicht. So war für uns alle klar, dass es etwas Ernstes sein musste. P. Dominicus wurde daraufhin ins Krankenhaus gebracht. Erst nach Tagen wurde die Ursache entdeckt: ein Tumor im Darm. Weil akut ein Darmdurchbruch zu befürchten war, wurde er sofort operiert. Die Operation verlief recht gut, und P. Dominicus erholte sich zusehends, so dass er zwei Tage vor seinem Tod wenigstens vorübergehend aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte. Zwar schwach, aber überglücklich kam er in seinem geliebten Scheyern an. Alles stand für eine fachgerechte Pflege bereit, aber es sollte ganz anders kommen.

 Während die deutsche Nationalmannschaft um den Einzug ins Viertelfinale bei der Fußball­europameisterschaft kämpfte, begann für P. Dominicus sozusagen das alles entscheidende Endspiel. Auch der noch herbeigerufene Notarzt konnte ihm nicht mehr helfen. Als die Fußballer das Viertelfinale erreicht hatten, gelangte P. Dominicus an das Ziel seines Lebens und seines Glaubens: das Heil.

Wir danken ihm für seinen treuen Dienst und sein gelebtes Zeugnis. Wir danken ihm für so viele Kleinigkeiten, für sein Dasein und für sein Sosein. Sein verschmitztes Lächeln wird uns fehlen. Für all das sagen wir ihm ein großes Vergelt’s Gott. Wir bitten damit Gott, dass er ihm das alles vergelten möge, was wir gar nicht oder jetzt nicht mehr vergelten können. Wir hoffen und glauben, dass er nun hören darf: Du warst ein treuer Verwalter. Komm nimm teil an der Freude deines Herrn.

Am Mittwoch, den 27. Juni, haben wir in unserer Basilika unter großer Anteilnahme der Bevölkerung aus Hirschenhausen und Scheyern für unseren P. Dominicus den Seelengottesdienst gefeiert und ihn anschließend auf unserem Klosterfriedhof zur letzten Ruhe gebettet. Wir bitten um das Gebet für unseren Mitbruder und sind zu gleichem Dienst gerne bereit.

 Scheyern, im Juni 2012 

In stiller Trauer und in großer Dankbarkeit

Abt Markus und Konvent


Fr. Angelus A. Bubendorfer

"Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fürchten
 und ehren, und er befreit sie." (Psalm 34)


In den Frieden des Herrn wurde heimgerufen am 28. Juni 2004

Fr. Angelus Augustin Bubendorfer OSB

Mönch der Benediktinerabtei Scheyern

Als Sohn des Schreinermeisters Simon und seiner Ehefrau Maria Bubendorfer wurde Fr. Angelus am 23. Juni 1910 in Wald an der Alz geboren und auf den Namen Augustin getauft. Bis zum frühen Tod seiner Mutter am 26. Mai 1923 wuchs er mit drei Geschwistern im Elternhaus auf, dann fand er bei seiner Tante Gertraud Feigl eine zweite Heimat in Edlham bei Feichten. Im Dezember 1925 kam er wieder ins Elternhaus zurück, um in der väterlichen Werkstätte das Schreinerhandwerk zu erlernen. Zwei seiner Geschwister wanderten später nach Amerika aus. Aus der zweiten Ehe seines Vaters mit Franziska Haas kamen noch drei Geschwister zur Familie. Durch Arbeitsmangel gezwungen musste Augustin seine Lehrzeit 1928 in Untergrainau fortsetzen; 1930 legte er in Garmisch die Gesellenprüfung ab. Im Jahr darauf fand er Arbeit in der Schreinerei des Klosters Ettal. Durch Betriebseinschränkung erlebte er von neuem das Schicksal der Arbeitslosigkeit. Diese schwere Zeit verbrachte er wieder bei seiner Tante Gertraud und nach deren Tod 1932 bei seiner Cousine in Edlham. Dieses Schicksal seiner Kindheit und Jugend hat ihn in seinem Willen und seiner Selbstbehauptung stark geprägt und macht spätere Verhaltensweisen in manchem verständlicher.

Im Jahre 1934 bat Fr. Angelus um Aufnahme im Kloster Scheyern und legte nach dem Noviziat am 15. Februar 1935 die einfache, und am 15. Februar 1938 die ewige Profess ab. In seinem erlernten Beruf arbeitete er in der Schreinerei des Klosters und während der Kriegsjahre in verschiedenen Bereichen des Klosters, so im Refektorium, in der Malerei, der Buchbinderei und der technischen Zentrale, wo überall seine Tüchtigkeit gefragt war, zumal viele Mitbrüder fehlten, weil sie zum Krieg eingezogen waren. Trotz seiner bei einem Berufsunfall verlorenen Finger konnte Fr. Angelus sich überall gut helfen. Eine bleibende Erinnerung wurde für ihn die Zeit, als er nach den Bombenangriffen im Erzbischöflichen Palais in München, wo seine Schwester als Ordensschwester bei Kardinal Faulhaber Dienst tat, die zerborstenen Fenster richtete und das Haus wieder bewohnbar machte.

Mit großer Liebe und erstaunlichem Geschick betreute Fr. Angelus über viele Jahre die Krippe im Kreuzgang des Klosters, bastelte und schnitzte selbst Figuren, und machte so das Jahr über die wechselnden biblischen Szenen zu einem Anziehungspunkt nicht nur für die Kinder.

Vom Oktober 1949 bis März 1962 war Fr. Angelus als Schreiner im Kloster Schäftlarn tätig, und noch mal als vielseitiger Handwerker von 1977 bis 1987 im Kloster St. Bonifaz in München. Dann kehrte er endgültig in seine Mutterabtei Scheyern zurück. In seinem oft schnell wechselnden Verhalten zwischen herzlicher Liebenswürdigkeit und starrem Eigenwillen bei manchen Unternehmungen machte er es sich und den Mitbrüdern in den jeweiligen Gemeinschaften manchmal nicht leicht, in einem harmonischen Miteinander zu leben. Doch in den letzten 10 Lebensjahren, als er nach und nach immer mehr der Hilfe und der Pflege durch die Mitbrüder bedurfte, wurde Fr. Angelus in seinem ganzen Wesen so innerlich, ausgeglichen und für jede Hilfe, jeden Besuch und jeden täglich erbetenen Segen dankbar, dass es den Mitbrüdern, den Schwestern der Caritas und dem fürsorglichen Hausarzt immer mehr eine erbauliche Begegnung mit ihm wurde.

Schon merklich geschwächt freute er sich an seinem 94.Geburtstag vor wenigen Tagen dennoch, ein so hohes Alter erreichen zu dürfen. Die tägliche heilige Kommunion war ihm auch noch am Sterbetag Stärkung und Ermutigung für den friedvollen Heimgang aus dieser Welt.

Um das Gebet für den verstorbenen Mitbruder bitten, zu gleichem Dienst bereit,

                                                      Abt Engelbert
                              und die Klostergemeinschaft von Scheyern.