Im vergangenen Jahr 2019 konnte das Kloster Scheyern seiner langen und traditionsreichen Geschichte einen weiteren Meilenstein hinzufügen. Sage und schreibe 900 Jahre besteht das Kloster nun schon am Standort Scheyern und hat hier nicht nur als Eckpfeiler der christlichen Gemeinschaft und als Zuhause für unzählige Generationen von Mönchen gedient, sondern durch sein Engagement auch nachhaltig das Leben in und um Scheyern nachhaltig geprägt.

Ursprünglich gegründet wurde die Benediktinerabtei eigentlich schon fast 50 Jahre früher. 1076/77 entschlossen sich die Gräfin Haziga und ihr Ehemann Otto das Kloster im heutigen Bayrischzell zu stiften. Die Abtei am Standort Scheyern entstand in seiner jetzigen Form aber erst im Jahr 1119 nachdem die Mönche durch Umzüge nach Fischbachau und Petersberg schließlich auf dem heutigen Gelände Fuß fassen konnten.

Damals übernahmen die Benediktiner die ursprüngliche Stammburg der Grafen von Scheyern, welche unter anderem auch als eines der Stammgeschlechter der berühmten Wittelsbacher in die Geschichte eingegangen sind. Eben jene Grafen ließen sich dort auch begraben und deren Gräber werden bis heute von den Benediktinern behütet. Damit handelt es sich bei den Gräbern in Scheyern um die älteste Grablege des Bayerischen Königs- und Herrscherhauses.

In den vergangenen 900 Jahren fungierte das Kloster als zentrale Anlaufstelle für die katholischen Gemeinden in und um Scheyern. Vier umliegende Pfarreien werden im Moment durch das Kloster betreut, aber auch auf eine über 800-jährige Tradition als Wallfahrtsort und Pilgerstätte kann Scheyern inzwischen zurückblicken. Diese hat ihren Ursprung im Jahr 1180 als ein Partikel des heiligen Kreuzes dem Kloster übergeben wurde.

Im Zuge der Ausstellung zum 900-jährigen Jubiläum konnten zahlreiche normalerweise unzugängliche, historische Räume des Klosters und der seit über 15 Jahren erstmals wieder öffentliche barocke Bibliothekssaal besichtigt werden.